Nordschweden ab 05.08.2012

Verlier' niemals den Blick
für die kleinen Abenteuer des Lebens.
Jürgen Beuerle, (*1962)

(Karte)

Nordschweden

Die Wetterprognosen sehen für die nächsten Tage nicht schön aus. Max. 10°C und Regen bis Nieselregen im Einheitsgerau. Wir hatten uns vor der Tour für solche Fälle schon abgesprochen, so dass wir dann weiter südlich über Nordschweden nach Finnland fahren. Unser Hauptziel in Nordnorwegen waren die Lofoten und bei der Wetterlage haben wir, noch weiter nördlich und auch am Nordkap, sowieso nichts Besseres zu erwarten.

Wir fahren also rüber nach Schweden und schrauben uns auf ein sehr ausgedehntes großes Hochplateau von über 400m rauf. Auf dem Weg zum Abisko National Park gibt es jede Menge Seen und kahle bis vermooste Steine bzw. Felsplatten. Diese karge Gegend ist ganz dünn besiedelt und man sich ab und zu ein Häuschen an den Seen. Leider regnet es bis wir am Info-Center des National Parks ankommen mal mehr und mal weniger.

Wir schauen uns die kleine Info-Station (sehr Kind gerecht) an und können da sogar mal ein Rentierfell anfassen. Da versteht man schon, warum aus dem Fell Kleidung gemacht wird, es ist sehr kuschelig weich und dicht, was gut gegen den Nordwind ist Zwinkernd. Wir nutzen den Stopp für unsere Mittagspause uns sehen immer wieder bepackte Wanderer, mit teils durchnässter Kleidung, vorbeizeihen. Die Gegend ist bekannt für reichlich Wasser von oben. Übrigens soll es in diesem National Park nicht nur Rentiere und Elche geben, sondern auch Wölfe und Bären. Wir haben aber die letzten Beiden nicht zu Gesicht bekommen.

In Kiruna, der größten und nördlichsten Stadt in Nordschweden (alles andere sind Dörfer und Gemeinden), haben wir nochmal eingekauft, weil danach erst mal keine größeren Ortschaften kommen. Die Geschäfte, die wir so gefunden haben, waren nicht sonderlich reichlich gefüllt und gut sortiert, bei den Backwaren wurde es richtig eng.

Wenn man von Norwegen aus in Kiruna reinkommt, ist man enttäuscht. Die Stadt wirkt wie ein großes Abbaugebiet für die hiesigen Erzvorkommen. Im Süden allerdings liegen schöne Seen und Wäldern und kurz nach Kiruna haben wir, abseits des großen Highways, den letzten Platz an dem See Jukkasj mit Picknickplatz ergattert. Wie so viele Abende in den letzten Tagen, ist es auch hier sehr kühl. Es ist Grogwetter. Vorteil dieser Kühle und Nässe ist aber, dass es keine bzw. sehr wenig Mücken gibt.

Am nächsten Tag zwingt uns ein Straßenschild und ein Blick auf die Straße zu einem größeren Umweg. Auf dem Baustellenschild steht 0,2km – 26 km. Wir sehen die aufgerissene Straße vor uns und suchen einen anderen Weg nach Finnland. Man weiß ja nie wozu Umwege gut sind.

Auf diesem „Umweg“ haben wir viele Rentiere zu Gesicht bekommen und sogar an unserem Picknick-Mittagsstopp gesellten sich welche in unsere Nähe.

Am Abend fanden wir zufällig einen wundervollen Platz am Fluss Tornealven, der sich an dieser Stelle fast zu einem See vergrößerte. Es war bereits eine Leipziger Familie da und es stellte sich raus, dass es ein derzeit stillgelegter Campingplatz ist. Es waren zwar die Dusch- und Saunahütten, sowie der Strom, abgeschlossen, aber man konnte da stehen bleiben, wir hatten ja alles dabei. Die Sonne schenkte uns noch ein paar warme Strahlen und einen schönen Sonnenuntergang, bevor uns die, reichlich vorhandenen, Mücken in unsere Autos verscheuchten.

Bis zur Grenze nach Finnland war es nicht mehr weit, aber die letzten Kilometer waren nochmal richtig schlecht. Südlich von Pajala ging es teilweise langsamer als Schritttempo voran, sogar die LKWs (die sonst vorbeidüsen) mussten abbremsen.

Der Grenzort Pello hat auf der schwedischen Seite nichts Nennenswertes aufzuweisen, nur ein paar Häuser und so sind wir ganz schnell nach Finnland.

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Finnland 08/2012