Spanien ab 16.05.2012

Wer reist,
hat seine Heimat immer im Gepäck.
© Stefan Wittlin, (*1961),
Schweizer "Medicus-Canis",
Kynologe-Hundetherapeut, Tierpsychologe,
Buchautor und Kolumnist

(Karte)

Mitte Mai haben wir die wilde, zerklüftete Küste Galiciens erreicht. Wir sind wieder in Spanien angekommen und am ersten Abend unserer Zeit (Portugal hat ja London-Time) in Galicien finden wir einen schönen Stellplatz direkt am Meer. Es sind (nur heute) schwüle 30 Grad und es besucht uns hier nur eine Ziegenherde und ein Fahrzeug an unseren Platz.

Das Hauptziel und die sicher auch attraktivste Stadt der Region ist ohne Zweifel schon von Klang her eine Legende:

Santiago de Compostela. Der Pilgermetropole am Sternenfeld eilt ihr besonderer Ruf schon weit voraus und wir sehen vor und nach der Stadt immer wieder viele Pilger an der Straße, die sich den weiten Weg als Gesamttour oder Teilstrecke zum Ziel gemacht haben.

Santiago ist Hauptstadt der autonomen Gemeinschaft Galicien, hat ca. 95.000 Einwohner und sie ist Universitätsstadt und Ziel des Jakobsweges. Es gibt verschiedene Legenden, Geschichten und Deutungen der Geschichte um den heiligen Jakob, die man besser an anderer Stelle nachlesen sollte (und dort ohne Zweifel besser erklärt und behandelt bekommt), deshalb möchten wir uns als Reisende rein auf unsere Erlebnisse konzentrieren. Allerdings kann man sich dem Zauber und der Geschichte an diesem Ort nicht ganz entziehen, das wollen wir auch gar nicht. Nicht umsonst ist Santiago neben Rom und Jerusalem eine der bedeutendsten, christlichen Pilgerstätten der neuen Welt, so sagen es zumindest einige Quellen. Seit 830 ist Santiago zum Wallfahrtsort geworden, als dort die in einem Grab gefundenen Gebeine dem Apostel Jakobus zugeschrieben wurden.

Die ‚Neustadt’, die sich um den bedeutenden, historischen Kern gebildet hat, ist baulich und architektonisch nichts Außergewöhnliches. Es gibt enge Straßen, Mietskasernen, viel Beton, Verkehr, sowie kaum Parkplätze, eben die ganz normale Hektik einer mittelgroßen Stadt in Norden Spaniens. Außerdem gibt es eine beachtliche Anzahl von Kreisverkehren, die alle noch mehrfach ‚zugeampelt’ sind - sehr chaotisch, wie wir meinen (Was soll das denn?). Autos halten einfach im Kreisverkehr, jeder parkt eh’ in zweiter Reihe und so schiebe wir uns wiedermal vorsichtig an den palavernden oder seelenruhig falsch parkenden Spaniern vorbei. Immer in der Hoffnung, mit unseren Wohnaufsatz keines der verrückt herumstehenden Fahrzeuge zu streifen. Oder gar Menschen, die alle ‚die Ruhe weg’ haben hier. Der ganz normale galicische Wahnsinn.

Kommt man dann in die exponierte Altstadt mit ihren dutzenden kleinen und großen Kirchen und der Jakobskathedrale, wechselt das Bild augenblicklich. Die engen Gassen und Plätze, sowie Restaurants, Pensionen und Hotels sind ganz auf die vielen Gäste aus aller Welt eingerichtet. Man kann bei Wein edel Meeresfrüchte feinst speisen oder mit einen Stück Brot und einer Banane sowie Wasser auf dem Kopfsteinpflaster in der Sonne sitzen, wie wir hier viele junge Leute sehen. Bunt zusammen gewürfelte Gruppen von Touristen und Pilgern, fast allen Alters, säumen die Plätze der Altstadt, aber zu unsrer Zeit ist es noch relativ ruhig und wir können auch ganz entspannt die Jakobskathedrale bewundern.

Der gigantische Bau allein fasziniert von innen und außen und ist eine Anreise von weit her allemal wert. Wir lassen alles in Ruhe auf uns wirken, schließlich wollten wir schon sehr lange hier her.

Auch die gesamte historische City um die Kathedrale ist sehenswert und das Wetter meint es nach Wolken-Sonne-Regen-Wechsel wie in Bilderbuchapril wieder mal gut mit uns und wir können auch filmen und fotografieren. Ohne - wie an so manchen, eigentlich schönen, Orten auf Grund von einer wetterbedingten ‚Mehrfach-Grau Stufe’ der Lichtverhältnisse - die ‚fotografische Geige’ wieder resigniert einpacken zu müssen.

Im Norden der Stadt gibt es einen Bus/WoMo Parkplatz, wo wir ‚Esmeralda’ relativ sicher unterbringen können. Der Geldeintreiber an Parkplatz meint noch im besten spanisch, das wir doch bitte diesen Platz nicht zum stehen über Nacht ‚missbrauchen’ sollen. Der teure Asphalt in städtischer Nähe soll doch bitteschön nur zum Parken tagsüber genutzt werden. Na klar, wir düsen abends wieder ab, hatten auch gar nicht vor hier zu nächtigen, Maestro!

Die Landschaft um Santiago de Compostela ist recht bergig. Es geht weit nach Nordosten und Lugo ist uns zu zubetoniert, modern und wirkt schon von weitem wie eine Riesenansammlung von grauweißen Wohnblöcken, soweit das Auge reicht. So wird es auch nichts mit einkaufen, denn wir hatten uns schon in Portugal an die positiv (!!) offenen Läden gewöhnt, aber in Spanien geht überhaupt nix am Sonntag, alles geschlossen.

Wir machen uns nach einem Wochenend-Stopp auf einem kleinen Campingplatz auf die Socken nach Norden zur Costa Verde. Die Tour führt auf Landstraßen, durch Gebirgstäler und kleine Orte mit meist Natursteinhäusern in Grau und manchmal ockerfarbenen Fensterrahmen. Im äußersten Nordwesten der iberischen Halbinsel öffnet sich die Landschaft am Meer und eine malerische Steilküste zieht sich hier entlang. Grüne Hügel und kleine Fischerdörfer säumen die Strecke, Urlaubsorte wechseln sich mit versteckten Fischerdörfern ab und wieder weites Blau am Horizont, soweit das Auge reicht.

Etwas weiter östlich auf unserem Wege kommen wir in die Provinz Asturien , die grüne Costa Verde. Die Vegetation und das Klima ist hier so deutlich anders als im südlichen, weitgehend trockenen Spanien, das man sich fast in einem anderen Lande wähnt. Nur: es wird uns wieder mal bewusst – Spanien ist schon gewaltig groß und hat auch viele unterschiedliche Landschaften zu bieten. Asturien bietet einem reizvollen Kontrast zwischen Meer und Gebirge, die bis zu 2.600 Meter hohen Picos de Europa liegen fast direkt an der Küste. Leider haben wir die Tage in der Nähe des obengenannten Hochgebirges mit der Großwetterlage Pech und die Berge versinken schon bei einer Höhe von 300-400 Metern in einer fettgrauen Schicht aus Nebel, Wolken, Sprüh – oder Dauerregen. Wir finden schon Parallelen zu den schottischen Highlands, die uns ja 2010 teilweise auch mit solchen Duschdurchgängen beschenkt haben. Aber dort ist es eben eher die Normalität.

Brücken, Viadukte und Tunnel wechseln sich an Autobahnen und Landstraßen ab - eine Cote d’Azur des Nordens in satten Grün. Wir umfahren die laute Industriestadt Gijón, und landen nach einem kürzeren Besuch in Ribadesella im beschaulichen Llanes.

Die Kleinstadt im Osten Asturiens liegt an einem schönen Naturhafen, an dessen Mole der baskische Künstler die „Cobos de la Memoria“ geschaffen hat. Das heißt, er hat die Steinquader im Hafenbecken bunt bemalt. Viel außergewöhnliche und oft abstrakte Kunst findet man immer wieder speziell auf der iberischen Halbinsel, bemerken wir überall. Z.B. an Orteingängen und in den allgegenwärtigen Kreisverkehren. Augustin Ibbarola sagte über sein Werk (Foto), das er im Hafen von Llanes damit eine neue Landschaft geschaffen hat und hat in langer, intensiver Arbeit die Wellenbrecher farbig ‚veredelt’. Mittlerweile ist diese ‚Installation’ eine große Attraktion für Llanes und wird oft besucht, aber auch die Stadt mit Yachthafen, Strand und vielen Restaurants, Altstadt ist einen Besuch wert.

Noch Geschichtsträchtiger, gut besucht und nicht billig mit seinen Herbergen und Gourmet-Nobelrestaurants ist das Städtchen Santillana del Mar. Wir haben damit Cantabrien erreicht!

Das kleine, ein wenig versteckte Örtchen wird von vielen Reisegruppen belagert und viele Busse kommen, um ihre Ladung bei dem kleinen Santillana auszukippen. Wir denken uns: ‚Was wird hier wohl zur Hauptsaison los sein’(!) und sind ganz froh, noch im Mai hier zu sein.

Der Zusatz ‚del Mar’ führt eh’ schon mal in die Irre, denn es liegt nicht am Meer, sondern einige Kilometer im Landinneren. Den Besucher erwartet ein echt schönes, mittelalterliches Stadtbild.

Santillana wurde bereits im 5. Jahrhundert gegründet und beeindruckt mit Fachwerk, Pflastergassen, Palästen, Kirchen und Holzbalkonen mit jeder Menge Blumen. Neuerdings sind auch Dekor-Läden oder kleinen Kunstgalerien dazugekommen. Vieles ist edel, teuer und wartet auf gutbetuchte Kundschaft, die sich mit viel Goldkettchen, Markenschuhen und Designertäschchen auch reichlich einfindet. Trotzdem ein schöner Platz, um Eindrücke zu sammeln, zu Fotografieren und das alte Cantabrien zu entdecken. Jean Paul Sartre bezeichnete diese regelrechte, kleine Museumsstadt als „Die schönste Stadt Spaniens“ und mit diesem Attribut kann man hier ganz gut leben, das merkt man bald am Niveau des Ortes.

Uns ist im Moment nicht nach Großstädten mit ihren Zig-Kreisverkehren, voll zugeparkten Innenbezirken, überall Autos in zweiter Reihe stehend, monumentaler Klotz-Wohnblock Architektur und wuchernden, modernen Vorstädten. So lassen wir Santander an der Küste links liegen und fahren über Laredo in Richtung Bilbao, zum Golf von Biskaya.

Autobahnen können auch mal eine recht schöne Streckenführung haben und müssen nicht nur die schnellere Alternative sein, so wie bei dem Teilstück vom westlichen Santander in Cantabrien nach Bilbao im autonomen Baskenland. Die Tour führt durch schönes Bergland und wenn man - wie wir - nach Osten fährt, ist man in ca. 100 Kilometern in der Hauptstadt der Provinz Biskaya angekommen.

Bilbao hat ca. 350.000 Einwohner und das Umland bewohnen schon fast 900.000 Menschen. Bilbao ist Hafen- und Kunst- sowie Universitätsstadt und momentan zehntgrößte Stadt Spaniens. Überall, an Fenstern. Balkonen, sowie Brücken sehen wir die rot-weiß gestreifte Flagge des Fußfallvereins Atletico Bilbao. Wir fahren durch die City zum Hafengelände und finden nach einigen Suchen gerade noch mit Mühe und Not einen Parkplatz zwischen WoMo’s und Bussen, wieder ist alles rappelvoll. Was nach einer Reportage vor einigen Jahren und auch einigen gesehenen Bildern schon lange auf unserer Wunschliste zum anschauen/besuchen steht, gib es seit 1997 in dieser Stadt. Da wurde eines der wohl außergewöhnlichsten und modernsten Bauwerke in Bilbao eröffnet, die je weltweit gebaut wurden - das exzentrische Guggenheim-Museum, das zentral an dem Rio de Bilbao liegt. Es ist nicht nur das außergewöhnlichste Haus der amerikanischen Solomon R. Guggenheim-Stiftung, sondern das Atrium ist auch noch ca. 50% größer als das ‚Stammhaus’, der Rundbau in New York City. Sicher scheiden sich wieder die ‚berühmten Geister’ bei der Architektur des Guggenheim.

Wer sich jetzt nicht so für Kunst interessiert, sollte jetzt am besten einige Zeilen weiterspringen in unseren Bericht. Tom hat das total (positiv) verrückte, von Frank O. Gehry entworfene Bauwerk schon immer fasziniert.

Auf über 32.000 Quadratmetern ist ein echt unglaubliches Monument aus Kalkstein, Glas, Stahl und ½ mm dicken Titanplatten als glänzende Außenhaut entstanden, das unweigerlich die Blicke anzieht. 3 Galerieebenen erstrecken sich auf 11.000 qm Ausstellungsfläche und die Gesamthöhe des Museums beträgt ca. 55 Meter. Untergebracht sind sowohl klassische als auch moderne Kunst und auch immer wieder Wanderausstellungen, das Spektrum wechselt meist nach einigen Monaten. Der Star des Ganzen ist hier eindeutig das Bauwerk selbst. Wir sind einige Stunden mit einem Audio Guide losgezogen und haben uns in den Etagen des skurril-verdrehten Baus verloren. Lifte und Treppen führen durch ein gigantisches Atrium, die Räume sind schwer nachvollziehbar verschachtelt und die ausgestellten Bilder, z.B. von David Hockney, wirken durch dieses natürliche Licht der Glaskonstruktion besonders stark, ganz besonders durch den weiten Raum und die Entfernung zu den Arbeiten.

Überall steht Sicherheitspersonal in einem der wohl bestens gesicherten Gebäude Spaniens. Unten, im ersten Level, hat der Künstler Richard Serra riesige Stahlskulpturen/Wände ausgestellt, die Raum und Zeit nahebringen sollen. „The Matter of Time“ ist so verrückt und abgehoben, das man beim durchqueren der teilweise Labyrinth-artigen, rostbraunen Stahlwände das Gefühl für den Raum als solchen fast verliert und auch ein wenig an seinem Gleichgewichtssinn zweifelt. So verengen oder erweitern sich die über 3 Meter hohen Wände über den Köpfen der Besucher und schaffen je nach Enge oder Weite des Raumes erstaunliche Effekte und Blickwinkel. So hat der Künstler versucht, einige Regeln der Mathematik, Geometrie oder Architektur durch in der Natur noch nie dagewesene Formen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Durch pure Illusion, viel Phantasie, einen - wie wir meinen - gewaltigen Aufwand an Material und sicher auch viel Zeit, nicht zuletzt Mut, dieses Projekt durchzuziehen. Nein, Leute, wir haben vorher keine Drogen eingeworfen, die Sache hier ist echt ein Knaller und nur zu empfehlen.

Es gab natürlich auch für unser Empfinden im Guggenheim Museum Bilbao wieder mal sehr ‚zweifelhafte’ Exponate zu bestaunen, das bleibt nicht aus, schließlich ist Kunstempfinden relativ und auf dem Wege zum noch nie dagewesenen entstehen oft auch schwer nachvollziehbare Bilder oder Strukturen. So fragt man sich dann manchmal schon, wo gibt’s das Zeug, was der betreffende Künstler nimmt. (Zwinkernd)

Ganz klar: Das Highlight an sich, gleichzeitig auch der Star ist aber das Guggenheim Museum selbst, als Gesamtkunstwerk in seiner baulichen Einmaligkeit, seiner Titanglänzenden, fließenden Form und seiner geschickt platzierten Lage in Bilbao, so unsere persönliche Meinung. Ein Zitat aus dem deutschen Prospekt zum ‚Gugg’ sagt: „“Wahrscheinlich das letzte große Museum des 20. Jahrhunderts“.

Leider liegt Bilbao nicht grade auf dem nächsten Wege von Bayern oder der Oberlausitz. Man ‚macht’, ohne es richtig zu merken, wieder einige KM im und auch auf dem Weg zum Gebäude und schon ist der Nachmittag vorbei. Wir sind begeistert und nach einem Rundgang durch Bilbaos Zentrum sind wir einige Stunden später wieder am Parkplatz bei unserer Esmeralda. Da erfahren wir von deutschen ‚Parknachbarn’, dass letzten Tag erst wieder ein Wohnmobil aufgebrochen wurde. Laptop geklaut, einiges kaputt gemacht und viel Ärger wegen einiger Dutzend Euro Beute. Wohl meistens zur Dopebeschaffung der schrägen Typen, die eben fast immer in größeren Städten auf solche Gelegenheiten lauern.

Da machen wir uns lieber auf den Weg raus aus der großen Stadt und fahren an die Küste, vorbei am topmodernen Airport von Bilbao nach Mungia in den baskischen Bergen.

Die eigentlich schön gelegenen Hafen- und Küstenstädte Bermeo und Gernika-Lumo werden von den Michelin-Karten als sehenswert eingestuft, und wir planen die Tour dort entlang.

Aber es scheint ein Fluch zu sein, besonders in Spanien der heutigen Tage. Die Orte, die sich an recht steiler Küste am Meer befinden, sind in einer verrückten Art und Weise derart zugeparkt, eng und auch von vielen, unschönen Mietsquadern vollgestellt, das man kaum Platz hat, sein Fahrzeug einmal nur für kurze Zeit stehenzulassen.

Keine Chance, denn in Parkhäuser kommen wir mit Esmeralda eh’ nicht rein und zweite Reihe fällt aus. So bleibt oft nur die Fahrt weiter zum nächsten Ort. Auch weiter außerhalb findet man, besonders in Spanien, keine Parkbuchten, kaum Rastplätze, wenig bis gar keine Picknickplätze, keine Toiletten, von Aussichtspunkten mal ganz zu schweigen. Dies vermissen wir sehr oft in Spanien, und ist (nur im Vergleich) andernorts weitaus besser. Trotzdem genießen wir die wunderbare Berglandschaft, die immer wieder an die Alpen, speziell an das Salzburger Land erinnert, obwohl hier alles bei weitem nicht so hoch liegt wie in Österreich.

Bei Azpeitia (oder Loiola), im grünen Hinterland der baskischen Küste, weitet sich das Tal ein wenig und wir finden genügend Platz bei der St. Ignati Basilika, die dort das ganze Tal dominiert. Wir schauen uns natürlich die wunderschöne Basilika an und können problemlos am Platz dort bleiben und den Tag ausklingen lassen, unsere Küche anwerfen und wiedermal ein Bierchen zischen.

Dann geht es über die Berge wieder zur Küste. Wir sind begeistert von der Gegend hier im baskischen Hinterland, wieder hat man den Eindruck, ins z.B. bayerische Oberland versetzt worden zu sein, rein landschaftlich. Die Besiedlung ist hier eher dünner, es gibt viele, kleine Landgüter, Bauernhöfe und kleine, schmale Straßen. Dann kommen wir nach San Sebastian, oder Donostia, wie es die Basken nennen. Die baskische Sprache mit ihren vielen X und Z ist schon völlig anders als das Spanische und von ihrem Klang her eher wie eine slawische Sprache, in jedem Falle abenteuerlich ‚Zungenzerbrechlich’. Geschichtsforscher behaupten ja, dass die baskische Volksgruppe eine der ältesten im iberischen Teil Europas sein soll, andere Historiker schreiben, dass die Basken mit Sprachen und Bräuchen vom Kaukasus (!!) stammen könnten. Da streiten sich die Gelehrten.

San Sebastian, wie es vom Namen her die Welt eigentlich kennt, liegt in einer nahezu perfekten Bucht und hat sich zu einer der besten Badeadressen Nordspaniens entwickelt.

Wie wir finden, die sehenswerteste Großstadt Spaniens, nach Barcelona überhaupt. Die Lage und das Flair der Metropole sind angenehm. Wir haben die ‚Esmeralda’ am Universitätsgelände geparkt und sind mit dem Bus Nr. 33 ins Zentrum gefahren, nachdem wir merkten, dass es NULL Parkplätze gibt und wenn überhaupt, dann nur Parkhäuser und da kommen wir mit ca. 3,20 m Höhe nun mal nicht rein. Das ist nun mal ein Nachteil von einem WoMo, ganz besonders in den engen Städten Spaniens, Portugals, Italiens, aber auch Frankreichs.

Donostia beeindruckt mit schönen Prachtstraßen, vielen urigen Kneipen, Prunkgebäuden, einigen imposanten Kirchen und dem Hafengelände, sowie dem riesigen Strand.

Interessant: Die Stadt ist bereits zur Kulturhauptstadt Europas 2016 gewählt worden und kann sich laut Presseinformation auf Investitionen von ca. 100 Millionen Euro freuen. Wow! Wo die wohl, zum nicht unerheblichen Teil wieder herkommen werden??? Wir ahnen es bereits…

So ist San Sebastian unsere letzte, größere Station in Nordspanien. Die nächsten Tage geht die Reise weiter ins französische Baskenland.

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Frankreich 05/2012