Deutschland, ab 10.03.2012

„Wenn du schnell gehen willst, dann gehe alleine.
Wenn du weit gehen willst,
dann musst du mit anderen zusammen gehen.
aus Afrika

(Karte)

Über 2.400 Fotos der Südostasientour waren auszuwerten, zu sortieren, und auf ca. 25-30% des Umfanges zu kürzen, eigentlich würden mehrere Vorträge daraus werden, aber die Zeit bis zum Start unserer nächsten ‚Esmeralda-Tour’ (durch Europa) war zu kurz für mehrere Termine, und voraussichtlich gibt es nach der kommenden Tour schon wieder viel Neues. Ein Vortrag im kleinen Kreis ist ja zumindest draus geworden – Danke Christian in Zittau für das Bereitstellen des Fahrschulraumes und allen Gästen für das Erscheinen bei dem schnell improvisierten Abend!! Falls gewünscht, folgt gerne eine Fortsetzung…

Zum Thema Fotografie: Thomas hat sich für bessere Landschaftsaufnahmen und vor allem wegen der Nutzung der Panorama-Technik eine Fuji-Bridge-Kamera besorgt. Die Bridge-Technik ist ein gelungener Mittelweg zwischen ‚normalen’ Digi-Kameras und Digi-Spiegelreflex, mit dem Vorteil von mehr Komplexität, vielen praktischen Funktionen und deutlich weniger Gewicht als die der Spiegelreflex bei deutlich besseren Preis-Leitungsverhältnis. Ideal für unterwegs auf langen Touren. Foto-Testen war angesagt und viele praktische Sachen besorgen und bestellen. Man benötigt reichlich Adapter für das Laden der leider sehr unterschiedlichen Geräte im KFZ. Und auch nicht zu vergessen die Auswertung, das Schneiden, die Vertonung und das DVD-Erstellen der Filmaufnahmen der Asien Tour, alles braucht seine Zeit.

Der größte Ärger bereitet wohl das Camping-Gas System in den verschiedenen Europäischen Ländern. Fast jedes Land ist in den Anschlüssen, Normen und Gesetzen eigenwillig anders. Äpfel werden von den Brüsseler Bürokraten auf Größe ‚Euro-genormt’, aber Gasanschlüsse sind irre verschieden, ein Chaos für die Reisenden, die durch mehrere Länder fahren möchten.

Unsere Zeit verflog nur so, mit Freunden besuchen, die nächste, noch größere Tour vorbereiten und sich mit deutscher Bürokratie rumärgern, die solche ‚Langzeit-Unternehmungen’ rein theoretisch gar nicht ‚vorsieht’, sowie viele, viele Telefonate führen und Versicherungen abschließen, etc. Die Checklisten für eine längere Tour sind da schon mehrere Seiten lang, irgendwann kommt dann aber alles zusammen.

Ein ganz besonderes DANKESCHÖN hier nochmals für die Holz- und Schweißarbeiten, die Heidi's Papa und Bruder Andreas für uns angefertigt haben. Alles passt Super und nach einigen, kleinen Änderungen haben wir so viel Platz für notwendige Ausrüstung und Proviant geschaffen. Wir haben die Rückbank im Pickup ausgebaut, und den Platz zur Aufnahme von drei 70-Liter-Expeditionskisten geschaffen. Diese haben außer viel Stauraum und Proviantplatz den Vorteil, das Gewicht des Fahrzeuges doch mehr nach vorne bzw. zentral zu verlagern. Und die Vorzüge eines Viertürigen Pickups (oder ‚Doppelkabine’) sollte man ja auch ausnutzen. Außerdem kann man dort Trinkwasser oder im Notfall Diesel (nur in gut abgeschlossenen Behältern) für abgelegene Strecken und Gegenden unterbringen.

Unsere Aufsetz-Kabine hat einen Anstrich verdient. Erstens hat uns die weiße ‚Einheitsfarbe’ schon lange reichlich gelangweilt, und bei der praktischen ‚Anwendung On the Road’ hat es sich immer wieder gezeigt, dass dieses schreiend weiße Teil in der Landschaft leuchtet wie ein Vollmond. Und das geht gar nicht - „Tarnung“ war notwendig, also haben wir die schönen ersten Sonnen – und - Frühlingstage im März genutzt und Esmeralda ein neues Outfit gegeben, nicht professionell, aber individuell und einmalig. Eine Unikat-Schildkröte auf Rädern, mit absetzbarem Panzer eben.

Also hieß es in den letzten Tagen vor dem Start: Einpacken, Stapeln, beladen, jeden Stauraum optimal nutzen, zumindest mal testen, was geht, ohne zu überladen, nachkaufen kann man ja fast immer überall auf dem ‚Alten Kontinent’.

Und natürlich möchten wir hier an dieser Stelle eine kleine Auswahl von Fotos aus der Oberlausitz, dem Zittauer Gebirge und Dresden mit einfügen, die vier Wochen in der alten Heimat sind viel zu schnell vorbeigegangen, leider. Kleine Fahrten haben wir natürlich immer nebenbei gemacht, im Pickup ‚ohne Panzer’.

Dresden:

Bautzen:

Zittau:

Oberlausitz:

So war es am Donnerstag, dem 12. April dann soweit, und die Tour Richtung Südwesten ist gestartet. Zuerst ging es nach Weissig bei Dresden, zu Gunnar und Andreas, wo wir unsere/ihre Fotos mal an die Wand beamten und die Erfahrungen unserer Indochina-Reise und ihrer Birma (oder Myanmar) –Tour ganz aktuell ausgewertet haben. Bei einem leckeren Schoppen Wein, versteht sich doch. Was das Thema Birma betrifft, so hat sich schon vieles verändert im ‚alten, ehemaligen British-Ostindien’. Das Land öffnet sich ja schon langsam auf internationalen Druck, aber der Weg in eine demokratische Republik ist aber noch weit. Was allerdings viel zu schnell zu gehen scheint, ist die Entwicklung des Tourismus. Die Zahlen der Gäste steigen ständig, die das wenig vorbereitete Land jetzt überrollen und für die es schon jetzt nicht mehr genug Unterkünfte zu geben scheint. Birmakenner werden mit Schrecken registrieren, dass der sagenhafte und wunderbare Inle-Lake in den Bergen des buddhistischen Landes schon mit Luxusherbergen zugepflastert wird. Wer braucht das denn?? Aber dies Thema Mal nur am Rande, wer da mal hin möchte, sollte dies bald tun, mit der Ursprünglichkeit der dortigen Kultur, Lebensweise wird es wohl bald vorbei sein.

Nach unseren ersten Stopp bei Dresden ging es weiter an die Isar, für 3 (leider verregnete) Wiedersehenstage zu guten und langjährigen Freunden in München und Umgebung, Danke euch allem für eure Gastfreundschaft und die genommene Zeit für ein kurzes Wiedersehen!!!

Am 17.4. startete die Esmeralda mit uns dann Richtung französischer Grenze. Und oft kommt es auch ganz anders, negative Überraschungen bleiben halt auf solchen Touren auch nicht aus. Was sich am darauffolgenden Tage wieder mal gezeigt hat. Unsere gewechselten Räder/Reifen hatten wir natürlich unterwegs 2mal kontrolliert, alles war fest. Dann der Schock, irgendwo bei Freiburg auf der Autobahn, ein Rumpeln hinten rechts. Wir dachten erst ein Platten, was eh’ schon gefährlich genug ist, aber schlimmer: Von den 6 Rad-Halteschrauben waren 5 (!!!) abgerissen. Sofortstopp, Seitenstreifen, ADAC anrufen, sichern und warten. Unsere ‚Esmi’ dann noch auf den LKW ziehen (dem Fahrer war auch nicht wohl dabei) und sehr vorsichtig ins nahe Bad Krozingen bringen. Alles wie ein verrückter Film und dann auch noch eine ‚Mitsu’-Werkstatt, die sich um den Schaden kümmern konnte. Die Einschätzung der dortigen Spezialisten lautete, das es entweder um zu fest angezogene Schrauben handeln kann (Werkstatt-Fehler, aber sehr schwer zu beweisen, nach ca. 1.000 km). Locker waren sie nicht gewesen, so unsere Einschätzung und dritte Möglichkeit: ein (schon älterer) Materialfehler an einem Radbolzen, Abriss und Kettenreaktion der anderen Bolzen/Muttern durch Vibration. Glück im Unglück: Eine Schraube hielt das alles noch bis zum (Not-) Stopp und auch beim Verladen auf den ADAC-Abschleppdienst-LKW.

Unsere ADAC-Mitgliedschaft hat sich somit schon gelohnt und ein schönes 3 Sterne-Hotel in Bad Krozingen konnten wir so auch mal testen, das beste Haus am Platze laut unseres Taxi-Fahrers, der uns den Transfer mit der Werkstatt machte. Ein dickes Danke dem ADAC in München, ‚Dieters Fahrservice’, dem Autohaus Schmid für die schnelle Ersatzteilbestellung und Reparatur und dem freundlichen Team vom Hotel Hofmann zur Mühle. Es hätte schlimmer kommen können!!

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Frankreich 04/2012