Thailand, Phuket ab 27.02.2012

„Die Sehnsucht ist die Krankheit,
die das Reisen gesund macht.
Billy ©, (*1932), Schweizer Aphoristiker

(Karte)

Die Air Asia ist ja bekannt für ihre günstigen Flugverbindungen - besonders auf dem Asiatischen Kontinent. Die Maschinen sind neu und die Airline ist mittlerweile längst etabliert. Sie feiert sich regelmäßig selber, baut ständig ihr Liniennetz aus und ist ein guter Tipp, wenn man eben ‚schnell mal von Bali nach Phuket’ will, wie wir.

Der interessierte Reisende sollte allerdings nicht vergessen seine Flugverbindungen weit im Voraus zu buchen, um auch an die guten Preise zu kommen. Die oft angezeigten Promo-Angebote auf der Air Asia Website schießen den finanziellen Sparvogel völlig ab. Nachteil: Umbuchungen sind nicht immer einfach. Ein fettes Ärgernis sind die Temperaturen. Die Airline kühlt die Kabinen ihrer Flieger zu pervers ab, wir sind doch (noch) kein Gefrierfleisch auf dem Wege zum Endverbraucher!!

Wir haben durch unsere Reisen wirklich einen guten Vergleich mit reichlich anderen Airlines, die Interkontinentalflüge vieler großer Company's sind bei weitem nicht so auf Verfrostung der Reisenden ausgerichtet. In Asien muss (fast) alles scheinbar technisch fortschrittliche Verkehrsmittel Kühlhausqualitäten haben. Diese Entwicklung ist das generelle, traurige Fazit unserer Asienreise und ein ganz großes Ärgernis als klare Verschlechterung der Verhältnisse, bzw. als Beispiel des manchmal fragwürdigen Fortschritts. ‚Genießen’ tut das Tiefgefrieren kaum jemand und wie wir immer wieder beobachten konnten, schlottern auch die Einheimischen bei dieser sinnlosen Energieverschwendung. Die U-Bahn in Bangkok und auch der ‚Sky-Train’ der Millionenmetropole sind krasse Beispiele dafür. Die thailändische Staatsbahn schafft die wunderbaren Langstrecken-Fan-Waggons (Ventilator), in denen wir immer so gerne gereist sind, ab.

Die Buspreise werden vervierfacht, um eine Air-Con einzubauen, so geschehen z.B. in Na Thrang, Vietnam. Eine Super-Idee sind die Schlafbusse (wenn man die Lüftungsschlitze schließen kann), eine tolle Errungenschaft für lange Nachtreisen, vor allem in Laos. Thailand wird eben durch die ständig störende Klimaanlage reichlich ungemütlich gemacht. Schön für den, der es mag, wir absolut nicht und in eigenen, privaten Fahrzeugen ist das super, aber in öffentlichen Transportmitteln hat man leider keinen Einfluss auf diesen ‚Gruppenzwang’.

So auch unsere Fahrt vom Flughafen, der größten, thailändischen Insel Phuket, nach Süden. Viele schöne Strände liegen weit im Süden der Insel und man ist schon mal 40-60 min. unterwegs - je nach Stausituation - der Verkehr wird auch dort immer dichter. Es wird unglaublich viel gebaut auf Phuket, überall brummt es und die Geräusche der Presslufthämmer mischen sich in das Rauschen des Meeres und dem wiegen der Palmen. Wer vor 10, vielleicht sogar 20 Jahren, das letzte Mal auf der Insel war, wird wohl geschockt sein. Man erkennt dann nicht mehr viel wieder, denn für Kommerz, Geld und Geschäft wurde und wird zubetoniert, was nur irgend möglich ist.

Wir hatten uns in Kata Beach ein Hotel rausgesucht, um die letzten Tage unserer Asien-Reise noch in Thailand zu genießen. Auf dem Wege dorthin, mit dem allgegenwärtigen Mini-Bus, durften wir einen sehr unfreundlich und extrem sturen Fahrer kennen lernen, der die Temperatur auf Eis umstellte, die Schiebefenster immer wieder zuknallte und keinerlei von seiner Machtposition abrücken wollte. Wir waren kurz vor dem ‚unterwegs aussteigen’, um nach insgesamt einem halben Tag in künstlicher Kälte wieder mal mit heftigen, stundenlangen Kopfschmerzen anzukommen. Na Mercy. Das folgende Transportmittel wäre uns viel lieber gewesen.

Bitte versteht uns nicht falsch, Phuket ist (noch) eine schöne Insel, groß, schön gelegen, und besonders die Westküste liegt traumhaft an den Stränden der Andeman-See. Das Wasser ist tropisch warm, die Thaiküche superlecker und die Infrastruktur modern. Es gibt Kliniken, Shoppingmalls und wahrscheinlich Tausende von Restaurants, Hotels und Gasthäusern.

Und: Phuket ist sehenswert, wir haben uns wieder mehrmals ein Moped geliehen und sind weiter nach Süden gedüst, ein wenig weg vom Massentourismus. Am Cap Promthep, der südlichsten Spitze der Insel, ist alles ein wenig ruhiger. Der kleine Leuchtturm und der Elefantenschrein sind immer ein schönes Ziel für uns gewesen und es gibt auch kleine Strände (noch) ohne Hotelburgen.

Man kann neue Tsunami-Sicherheitsbereiche und Flutzonen besichtigen und versteckte Tempel, Elefantenschulen bzw. Trecking-Stützpunkte der trötenden Langrüssler sehen.

Es ist wie auf Chang Island stark bergig und man sollte sein Moped vorher auf die Funktion der Bremsen testen. Ansonsten rauscht man wie ein Torpedo in den hitzeflirrenden Dschungel am Straßenrand und wird möglicherweise in den Bambus geplättet oder landet unter einem Wasserbüffel. Das haben wir aber dann doch nicht probiert und sind eher schwimmen gegangen bzw. hatten uns eines der leckeren Kokosnuss-Currys bestellt.

An einem Aussichtspunkt auf der Panoramastraße nach Süden stehen schon seit Jahren einige Thai’s, die zahme Greifvögel für Fotos präsentieren.

Man kann sich also mit den Krummschnäbeln für das Familienalbum ablichten lassen (Wer’s denn mag). Na, ein wenig gestellt ist es ja dann doch, und die Weißkopf-Seeadler würden mit Sicherheit lieber ihrem angeborenen Job nachgehen (ähm…fliegen) und Fische fangen.

So genau wollten sich die Vögel zu diesem Thema aber nicht äußern, wahrscheinlich ist da Bestechung mit Futter im Spiel. Nach der Abfahrt von Bergpunkt hatten wir auch ‚endlich’ unseren ersten Platten, nach vielen Hunderten von Asien-Moped-Kilometern. Das Adler-Team brachte unseren zweirädrigen Reiskocher in eine Werkstatt und so ca. eine Stunde später, und nach freundlichen Austausch eines lila 500-Baht Scheines, hatten wir unser Fahrzeug zurück und die Berg- und Talfahrt konnte weitergehen, besten Dank, juhu. 500 Baht sind ca. 12,50 Euro und als Komplettservice auch in Thailand ein fairer Preis, oder?

Da gab es kein meckern (von Bergziegen war auch weit und breit nichts zu sehen), und der Resttag war gerettet, ansonsten verging die Zeit auf Phuket eher ruhig und besinnlich.

Abends, oft schon in den Nachmittagsstunden, zieht sich der Himmel zum täglichen tropischen Gewitter dunkel zusammen und es gibt für kurze Zeit eine kleine Temperatur-Entspannung in Form eines kurzen Gusses. Als wäre das nicht genug, wird nahezu jeden Abend mit Feuerwerkskörpern rumgeballert. Als gäbe es Straßenkämpfe zwischen der mittlerweile etablierten „Dönermafia“ und der Thai-Mama am brodelnden Wok, die mit Gemüse und Hähnchenschenkeln jongliert und noch schnell ein halbes Dutzend Knoblauchzehen in das zischende, leckere Mahl streut. Man kann drauf warten, dass es kracht. Wir haben noch nicht herausgefunden, was die Leute das täglich feiern. Manchmal knallte es am frühen Abend schon und das nächste Privatfeuerwerk jagte weit nach Mitternacht hinterher. Es wird gefeiert, da sich der Bambus verbiegt und der Mekong-Whisky fließt in Strömen. Ein kleiner Nachteil eines relativ zentralen Platzes.

Nach fast ‚Brotlosen’ Zeiten in Indochina haben wir dann in Süden Phukets auch eine Bäckerei gefunden und endlich wieder mal richtiges Brot kaufen können. Die Vollkornprodukte haben wir in den Weiten Südasiens wohl mit am meisten vermisst.

Nach 9 Tagen Kata Beach und seiner Umgebung ging unsere Reise wieder in Siam’s Hauptstadt, eine reichliche Flugstunde mit Air Asia.

Und dort sollte dann auch unsere Tour fast zu Ende gehen, der Kreis schließt sich wieder in der großen City am Chao Phraya River. Aber durchdüsen und gleich weiter nach Old Europe zurück in einem Rutsch, das wollten wir dann doch nicht. 2 Nächten und ein kompletter Tag sollte es dann schon noch werden.

So haben wir noch mal einige ‚unserer’ kleinen Highlights abgefahren, leider mal wieder mit dem Fr(u)ost-Express Namens Metro und Sky-Train (S-Bahn).

Die bringt einen aber bis zum Fluss und das Fahren mit den knatternden Langbooten macht viel mehr Spaß, als in allen anderen Verkehrsmitteln der Metropole zusammen. Man drängelt sich, in ständigen Strom begriffen, an Marktständen an den Anlegestellen oder orange gekleideten Mönchen vorbei zu einem Platz und beobachtet diese Stadt am besten von Fluss aus. Etwas Besseres gibt es kaum, um Bangkok zu erkunden.

Man steigt ja nach Bedarf an verschiedenen Plätzen aus und wieder ein, das alles für sehr wenig Geld (z.Z. 15 Baht pro Person = 0,36 €).

Einen ‚Seitenwechsel’ macht man mit den Fähren, die zwischen Schleppkähnen, Baggern und Baustellen (Schwimmkräne) über die Wasserstraße navigieren. So sind auch wir, im zentralen Bereich der Stadt, aus- und umgestiegen und mit einer Fähre rüber zum Wat Arun, dem majestätischen ‚Tempel der Dämmerung’, auch ein Wahrzeichen von Bangkok.

Bisher hatten wir den Tempel leider nur bei trübem Himmel besuchen können, heute war endlich mal gutes Wetter und wir haben uns die schöne Anlage am großen Fluss noch einmal ausführlich angesehen. Das ursprünglich Wat Makok (Oliven-Tempel) genannte Bauwerk und die umgebenden Palastanlagen gibt es bereits seit dem 16. Jahrhundert.

Er wurde immer wieder verändert und ausgebaut und ist immer noch ein entspannter Platz zur Besinnung im Toben der City.

Weiter auf dem Fluss entlang ging es dann zur Station ‚Banglampoo’ und die Region um die ‚Kao San Road’, also die zentrale Region der Stadt, wo sich die meisten Reisenden treffen.

Es gibt dort sehr viel Abwechslung, reichlich Einkaufsmöglichkeiten, günstige Preise, eine schöne Klosteranlage, Parks und viele Restaurants, Garküchen und Stände. Ein kleiner Multikultikosmos im Herzen der 12-Millionenstadt.

Für uns war klar, dass wir noch mal zur Reflexzonen-Fußmassage gehen werden. Hier gibt es eine Riesenauswahl, sowie faire Preise und nebenbei beobachtet man das bunte Leben auf der quirligen Straße. Besonders am Abend eines langem Stadttages ist man oft Pflastermüde und die Damen verstehen ihr ‚Hand’werk fast immer gut. Na, na, nicht, was ihr denkt, alles rein medizinisch!

Ehe man sich versieht, ist schon wieder Abend und wir schnappten uns ein Taxi, um zum Stadtinneren Ende der Airport-Link S-Bahn zu kommen. Bangkoks Planungsstrategen haben es bisher nicht geschafft, die öffentlichen Verkehrsmittel ins Gebiet Banglampoo zu legen. Die normalerweise 20-minütige Fahrt durch endlosen Stau dauerte eine Stunde, fast nix ging mehr in der vollkommen überlasteten Innenstadt. Wieder in unseren Hotelgebiet angekommen, hieß es noch mal mit Taxi durch den Dschungel von Hochstraßen zum Quartier zu kommen. Dann noch neu packen und alles auf ‚ungebetene, kleine Gäste’ checken, damit man keine Überraschungstierchen mit in die heimische Wohnung nimmt.

Die darauf folgenden Flüge verliefen alle normal, 10 ½ Stunden von Bangkok nach Istanbul schlauchen schon gewaltig. Nach 2 Stunden Aufenthalt ging es nach München und nächsten Tag weiter nach Dresden. Vielen, vielen Dank an dieser Stelle Monika & Michi für ihre Mühe, uns abzuholen und zum nächsten Flieger zu bringen und für ihre Gastfreundschaft und die Möglichkeit, unser müdes Jet-Leg-Haupt zu betten. Danke Gunnar für die Tour vom Dresdner Flughafen in die schöne Oberlausitz!!

120 Reisetage, vorwiegend in Indochina, Südasien sind vorüber, viele gefahrene und geflogene Kilometer, kulinarische und landschaftliche Abenteuer, Freude und Ärger, schwitzen und frieren. Erfüllte Erwartungen und verrückte Überraschungen wechselten sich immer wieder ab. Wir meinen, das Südostasien momentan sicher eine der Regionen der Welt ist, die sich am meisten verändert, und das in einem verrückten Tempo. Mit einer unglaublichen Lautstärke, Geschwindigkeit, Opfern und einem gravierenden Wechsel, der fast schon an eine gefühltes Aufgeben der ursprünglichen Lebensart dort vermuten lässt. Laos ist davon noch weitestgehend verschont geblieben und in Birma ist, wie wir hörten, ein extrem schneller Wandel im Gange. Eine schrittweise Öffnung des Lands hat eben auch ihre Vor- und Nachteile. Einen Teil dieses Wandels hat sich in Vietnam schon vollzogen, auf andere Art, aber nicht immer auf positive Weise. Man katapultiert sich von ehemals asiatischer Ruhe und kolonialen Charme ohne verbindenden, weichen Übergängen mit lautem Geknatter und Mach 2 in die hektische und druckvolle Neuzeit, ins Ölzeitalter voller Werbung und bimmelnder Handys.

Thailand ist nach wie vor ein Ziel für viele, die Südostasien mal antesten möchten. Ein super Startplatz für das Weiterentdecken in der Region, mit guter Infrastruktur und vielen Möglichkeiten, ein großes und abwechslungsreiches Land und seine doch sehr verschiedenen Nachbarn kennen zu lernen.

Für die kommenden Wochen sind erst mal die Auswertungen unserer Filme, Fotos und Erlebnisse geplant. „Nebenbei“ werden wir unsere Europa-Tour vorbereiten und unser Fahrzeug rüsten/fit machen. Bis zu unserem Start wird also noch einiges zu tun sein.

Sobald wir wieder unterwegs sind, werden wir unsere Reiseberichterstattung fortsetzen.

Bis dahin, wünschen wir Euch allen eine gute Zeit und wie schon bei der Sendung „Außenseiter-Spitzenreiter“ durch Hans-Joachim Wolfram gesagt wurde:

„Bleiben Sie schön neugierig.“

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