Thailand, ab 09.11.2011

Suche nicht das Abenteuer,
aber gehe ihm auch nicht aus dem Weg.
Fernöstliche Weisheit

(Karte)

Am Freitag, dem 11.11.11, allerdings um 15 Uhr holte uns unsere liebe Freundin Bettina ab und brachte uns samt Gepäck, mit Ihrem schnellen Beetle nach Dresden.

Betü: Ganz dicken lieben Dank fürs Bringen.

Wir verbrachten noch eine Nacht bei unserem guten Kumpel Gunnar in Dresden, mit dem wir schon viele Jahre gereist sind. Und auch Claus kam extra aus Bayern, um mit uns noch einen Abend zu feiern. Am nächsten Morgen viel uns das Aufstehen schon etwas schwerer. Nachdem Frühstück brachten uns die Beiden noch zum Flughafen.

Gunni: Danke für eine Nacht Asyl in Deiner Wohnung und dem Chauffeur-Service zum Airport inkl. Stadtführung durch Dresden-Klotsche.

Nach einer unvergleichlichen Kontrollorgie (Gepäck) saßen wir endlich im Flieger nach München. Unser Airbus hob zwar mit 20 Minuten Verspätung in Dresden ab, aber in München hatten wir nur noch 5 Min. hinter der Zeit. Er hat ganz schön „Gas gegeben“, damit unsere Freunde Monika und Michi nicht solange auf uns warten mussten. Bis zu diesem Tag hatten wir einen Super-traumhaften Herbst gehabt und als wir in München gelandet sind, war es nebelig und um einiges kühler. Da es in den letzten Wochen turbulent zugegangen ist und auch die nächsten Tage erst mal gut zugehen wird, haben wir das Wochenende bei meiner ehemaligen Kollegin Monika und ihrem Partner eher ruhig angehen lassen. Es gab ja auch so einiges zu erzählen, schließlich hatten wir uns ja ne Weile nicht GESEHEN. Am Sonntag haben wir uns dann noch mit einer weiteren lieben Kollegin, Franziska und ihrer Familie, im Kloster Fürstenfeldbruch getroffen und das Klosterstüberl ausprobiert.

Vielen lieben Dank Monika und Michi, dass wir Euer Wochenende und ein Bett in Beschlag nehmen durften.

Am Montagmorgen holte uns unsere gute Hanni ab, da unsere Freunde noch arbeiten mussten und wir Ihnen nicht die ganze Zeit zur Last fallen wollten. Auch bei Hanni gab es die beiden Tage noch viel zu erzählen. Wir kennen uns durch den Globetrotter-Stammtisch in München (Ganz liebe Grüße an Alle, vielleicht sieht man sich irgendwo mal – zumindest hört man voneinander), dem wir die letzten Male Kilometerbedingt etwas fernbleiben mussten.

Am Dienstagnachmittag brachte sie Uns zum Flughafen in München. Es war die ganzen Tage trüb und kühl, so dass uns der Abschied nicht ganz so schwer fällt.

Auch ein dickes Danke, ebenso für die vielen guten Tipps (die ersten Mucken haben es schon probiert…) und für die Zeit die wir bei Dir in Anspruch genommen haben.

Tja und dann ging das ganze Procedere wieder los. Taschen abgeben (bloß gut, dass wir alle Sitzplätze und den Check-In bis Bangkok schon am Vorabend gemacht haben), Kontrolle des Handgepäcks und der Pässe, dauerten auch wieder. Bis zum Abflug nach Istanbul hatten wir bissel Zeit, sodass wir noch Zeitung studieren konnten.

Der Flug und die Verpflegung waren gut und in kürzester Zeit, so ca. 2 ½ Stunden, sind wir in Istanbul gelandet. Der Flughafen ist modern und wie die meisten Flughäfen sehr weitläufig, man hat jedes Mal das Gefühl, dass man immer am anderen Ende ankommt und einmal quer durchmuss, ob es nun zum nächsten Gate ist oder zur Gepäckausgabe. Wir sind durch den Transitbereich und so langsam zu unserem Gate nach Bangkok, als wir schon mit Bussen zu unserem Flieger gebracht wurden. Auch hier hatten wir in Deutschland schon unsere Sitzplätze festgelegt, damit wir bei der Landung in Bangkok gute Sicht haben. Unser Flieger startete pünktlich und schon bald sahen wir das Lichtermeer von Istanbul unter uns. Es gab wieder reichlich Film- und Musikauswahl und das Essen war ok. Nach etwas Schlaf und einem Frühstück setzte unser Vogel in Bangkok zur Landung an. Erschreckend war, dass überall noch riesige Wasserflächen zu sehen sind und das betraf nicht nur Bangkok-City, sondern es ging auch weit ins Landesinnere. Auch um den neuen Airport Suvarnabhumi von BKK konnte man viel Wasser sehen. Man hatte den Eindruck, dass der Flughafen direkt ins Chayo Praya-River-Delta gebaut wurde.

Passkontrolle und Gepäckausgabe waren relativ schnell erledigt und jetzt galt es nur noch den Shuttle-Service zu unserem Hotel zu finden, was bei den vielen Schildern und Menschen gar nicht so leicht war. Irgendwann wurden wir fündig und mit ein paar anderen Gästen brachte man uns zum „Great Residence Suvarnabhumi Hotel“, das leider nicht zu Fuß erreichbar war. Wir hatten ja schon in den Nachrichten gehört, dass die ganzen Hochstraßen und höher gelegenen Parkhäuser als öffentliche Parkplätze freigegeben wurden, aber es selbst zu sehen, ist schon was anderes. Denn früher war gleich die Polizei zur Stelle, auch wenn man da mit einer Panne auf der Hochstraße liegen geblieben ist. Die Zufahrt zu unserem Hotel stand noch knietief unter Wasser. Unser Zimmer war ok, aber nachts etwas hellhörig, durch das ständige Kommen und Gehen. Wie kamen uns vor, wie bei einem „Weihnachtssketch“ im Fernsehen, wo die Darsteller ständig raus und rein renne und die Türen werfen.

Sind abends noch die Straße entlang, da wir etwas zum Dinner gesucht haben und dabei hat es Heidi auf den schmierigen Fußgängerwegen erwischt. Jeans und Schuhe grün vom abgestandenen Wasser. Bissel zu optimistisch haben wir uns Beide, in einem einheimischen Straßenrestaurant, ein Green Curry bestellt. Ergebnis: EXTREM SCHARF! Und 5 Schoten auf der nach oben offenen Chiliskala.

Nachdem Frühstück und einer Jetlag-Nacht brachte der Shuttle-Service uns wieder zum Flughafen.

Wir sind mit der BangkokAir nach Trat im Süd-Osten von Thailand geflogen. Der Flughafen ist niedlich und man fährt mit kleinen Zügen (Marke Erlebnispark) vom Rollfeld bis zum „Abfertigungsschalter“. Wobei es doch eher ein überdachter Service-Schalter ist.

Damals, 2004, sind wir mit dem Bus in Trat angekommen und haben da, bei einem Rundgang, einiges von der Stadt gesehen. Wir fanden sie nicht sonderlich sehenswert. Da der Airport außerhalb von Trat liegt, haben wir die Stadt diesmal gar nicht zu Gesicht bekommen und sind direkt zu der Fähre nach Koh Chang gefahren, wo wir mit Bus übergesetzt wurden und man uns zu unserem Hotel brachte. Das „Sea Breeze Bungalow Resort“ (wobei das Wort ‚Resort‘ hier keine Bedeutung hat) haben wir bereits von Deutschland aus gebucht, da wir uns den Stress der Sucherei die ersten Tage nicht antun wollten. Der White Sands Beach hat sich gar nicht so verändert, aber der südlichere Kai Bae Beach ist um einiges voller geworden. Viel mehr Geschäfte und Bungalow-Anlagen. Bestimmt über die Hälfte der Häuschen und Stände gab es 2004 noch nicht. Unsere Bungalow-Anlage wahrscheinlich auch nicht, jedenfalls können wir uns daran nicht erinnern. Der Strand war ungefähr 150 Meter Fußmarsch, durch die verschiedenen Bungalows, weg. Wir sind am Nachmittag angekommen und erst mal ins Meer (Gunni, das wäre Deine Temperatur, jedenfalls nicht zu kühl). Da wir hier gleich für 3 Nächte gebucht haben, es ausreichend Restaurants, Geschäfte und stabiles WLAN gibt, konnten wir es mit Ruhe angehen lassen. Wir hatten im Internet zwischen 2 Bungalow-Resorts geschwankt und uns erst mal für das Sea Breeze entschieden. Die nächsten Tage werden wir uns auch noch das Green Cottage Beach Resort am Bailan Beach weiter südlich anschauen. Wir denken, dass es dort noch bissel ruhiger sein wird, denn je weiter man von der Fähre weg ist ums so entspannter wird es.

Den nächsten Tag haben wir dann einen Ausflug in den Süden, ein paar Strände weiter, gemacht. Bungalow-Anlagen und Resorts schießen wie Pilze aus dem Boden. Es gibt reichlich und in jeder Preisklasse, je nachdem was man für Ansprüche hat. Unser größter Anspruch ist, relaxte Ruhe. Wir brauchen keine Bars und keine BumBum-Kneipen um uns rum. Obwohl uns der Bailan-Beach auf den ersten Blick etwas verlassen vorkam, war doch alles vorhanden, was wir brauchten. Ein paar Kneipen und kleine Geschäfte, wo man Früchte, Wasser und sonstige Kleinigkeiten des Alltags bekam und Bungalow-Resorts. Das Green Cottage Beach Resort war genau unser Ding und wir reservierten für die kommenden Tage einen Bungalow.

So hatten wir noch ein paar Tage am Kai Bae Beach, wo wir uns in Ruhe die vielen neuen Geschäfte und Restaurants anschauen konnten. Wir haben sogar ein BBQ gefunden, wo man sich alles am Buffet aussuchen und dann selbst am Tisch braten und dünsten kann. Dafür bekommt man einen Holzeimer auf den Tisch, mit brennender Kohle (sehr warm!) und darauf eine, nach oben, gewölbte Schale, Auf die Wölbung legt man das Fleisch und in den Rand alles was geköchelt werden soll, z.B. Gemüse. Da wird immer wieder Wasser aufgefüllt und mit der Zeit entsteht durch die vielen Kräuter eine schmackhafte Brühe. Reis und asiatische Nudeln gab es dazu, sowie extra Saucen. Es war sehr lecker. Mittlerweile bekommt man auf Koh Chang jede Geschmacksrichtung, italienisch und indisch gehören mittlerweile fast überall ins Bild. Sogar ein Sushi-Restaurant haben wir gesehen.

Dies gab es am Bailan Beach nicht, dafür ein französisches Restaurant und ein paar sehr gute Thai-Restaurants. In 2 Restaurants sind wir mit der Zeit Stammkunden geworden. So ist unbedingt zu empfehlen das etwas unscheinbare ‚Coconut Cafe’. Ein einfaches, kleines Familien-Restaurant mit 6-7 Sorten der wohl besten Kokos-Currys, die wir je im Siam gegessen haben. Eine ‚einfache Holzbude’ – aber was für ein tolles Essen, immer! Und da sind wir schon ein wenig rumgekommen in Thailand.

Ebenso gut haben wir im Bailan Beach Resort gegessen. Im Green Cottage Beach Resort haben wir einen tollen Bungalow mit Blick aufs Meer und den Pool bekommen.

Von da aus haben wir mit Moped und auch mal TukTuk-Taxen den Süden und den Norden erforscht. Südlich von Bailan Beach liegt die Bang Bao Bay mit dem gleichnamigen Pier. Von da kann man auf die Inseln südlich von Koh Chang übersetzen. Am langen Pier (der weit in die Bay rein reicht) kann man nicht nur viele Souvenirs kaufen, sondern auch reichlich Seafood essen. Natürlich Fangfrisch vom Fischer.

Koh Chang ist die drittgrößte Insel Thailands und wird von vielen als die landschaftlich schönste und noch am wenigsten Zugebaute bezeichnet. Das sollte man relativieren, erstens sind großen Teile Koh Chang's Nationalpark, und damit geschützt. Und die vielen, vielen kleinen Inseln kann man in diese Wertung wohl eh’ nicht mit reinnehmen. Egal. Obwohl viel gebaut wird und die Insel langsam ihr Gesicht verändert, (wie wir selbst feststellen konnten), ist Chang mit ihren Buchten, Bergen und Stränden tatsächlich ein wunderbares Stück tropisches Paradies in östlichen Golf von Thailand, nicht weit von der kambodianischen Grenze.

Gross genug, um sich mit gemieteten Moped oder Fahrrad zu verfranzen, die Berge sind für eine Insel gewaltig, bizarr und auch Straßentechnisch anspruchsvoll. Man sollte bei den Steigungen aufpassen, dass man nicht in den allgegenwärtigen Dschungel schießt. Das Meer ist herrlich warm und, außer in den Mangrovenregionen, auch sauber. Die Auswahl an Hotels, Resorts, Bungalows und Hütten ist groß und in allen Preislagen verfügbar. Man kann aber vor allem mit kleinem Budget auch eine sehr schöne Anlage finden. Es gibt tatsächlich auch kleine Bäckereien (z.B. Kai Bae Beach in Süden) und viele Bars etc.

Wasserfälle und Dschungeltracks laden zum Wandern ein und wer sein Sitzfleisch mal auf ganz andere Weise bearbeiten lassen will, kann auf dem Rücken einer Elefantendame reiten, bis man jeden Knochen und Muskel spürt (Das hatten wir schon in der Bergregion von Chiang Mai 2005 getestet.). Die großen Tiere sind noch an vielen Stellen allgegenwärtig und werden auch als Arbeitselefanten benutzt. Es gibt eine Affenschule auf Chang, denn die flinken Kletterer werden zum Ernten der Kokosnüsse ausgebildet. Diese werden auch oft aus Sicherheitsgründen geerntet, denn sie stellen in der Strandregion eine nicht zu unterschätzenden Gefahr dar. Wenn eine solches „Nüsschen“ aus 12-25 Meter Höhe neben einen in den Sand kracht, ist schnell klar, bei einem Kopftreffer wäre da GAME OVER. Klar, wir haben es selbst erlebt, knapp war’s! Die Dinger haben es in sich. Und das im wahrsten Sinne, die Füllung ist echt lecker, so frisch vom Baum, und die Kokosnuss-Currys grade auf Koh Chang die allerleckersten.

Doch irgendwann muss es mal weitergehen.

Und manchmal ist es auch gut, wenn man andere Reisende trifft und Tipps bekommt. Es wird erzählt über Ziele, Routen und Erlebnisse und so haben auch wir ein wenig umgeplant. Wir werden LAOS nicht über Vientiane erreichen, sondern erst den Süden von Laos um Pakse erkunden.

Dazu geht die Tour nicht in den (hohen) Norden Thailands und in das Hauptdorf Vientiane, sondern Richtung Osten. Wir konnten vor allem Dingen noch ein ganz anderes, schon abgeschriebenes, außergewöhnliches, ein wenig skurriles Ziel anpeilen, dazu später.

Erst mal muss man mit der Fähre wieder ans Festland, und wir haben uns der besseren Verbindung wegen schon mal in einem Schritt bis zur kambodianischen Grenze bringen lassen. Das ist viel besser als X-mal in Regionalbussen umzusteigen. Eine Direktverbindung zur Grenze nach Laos gibt es nicht und Flüge sehr umständlich, verhältnismäßig teuer, also: Auf geht’s, über Land.

Unsere Mitreisenden waren denn auch alle in Richtung Angkor unterwegs (wir kannten die Mondlande-ähnliche Rumpelpiste nach Siem Reap ja schon von unserer Tour’04). Wir haben uns an der Grenze aus dem Unternehmen ausgeklinkt und sind mit dem Public Bus über die Stationen Nong Rang, Khun Kan erst mal nach Khun Han gerumpelt. Was, nie gehört, (wass’n das denn)? Keine Sorge, wir vorher auch nicht. Die Ortschaften auf dem Wege waren eher unspektakulär, die Verständigung schwierig, weil kaum jemand auf diesen, touristisch relativ unbefahrenen, Pfaden englisch spricht/versteht, aber es geht alles. Es werden auch in den Kleinstädten dort abends die Bürgersteige aber so was von hochgeklappt, das wir doch verwundert waren. Total nix los in Vollendung. Auch der winzig kleine Markt schloss dann schon vor 21:00 Uhr, aber die kleinen Suppenküchen geben oft noch was her für den hungrigen Reisenden.

Aber: Wenn wir schon diesen Weg nehmen, dachten wir uns, dann muss es schon dem Umweg (mit Privattaxi-Pickup) zu einer Attraktion der besonderen Art geben. Wir hatten diesen Ort zufällig beim suchen, stöbern, zu Hause im Net gefunden. Leider liegt er ‚normalerweise’ weit weg vom Schuss:

Das Glasflaschenkloster Wat Pa Maha Chedi Kaew, oder Wat Lan Kuat, wie er jetzt genannt wird. Vor vielen Jahren hatte wohl ein Mönch mal angefangen, verschiedene Bauwerke aus ausgedienten Glasbehältern zu bauen. Das daraus ein sehr imposanter, kompletter Tempelkomplex mit Wohngebäuden und allem drum und dran werden würde, hätte er damals vielleicht selbst nicht für möglich gehalten. Was man hier, nur wenige Kilometer nördlich der Grenz nach Kambodscha, sehen kann, ist wirklich einen Besuch wert. Und obwohl wir schon Fotos gesehen hatten, waren wir verwundert, erstaunt, begeistert vom Wat Lan Kuat. Wenn man bedenkt, wie viele Fläschchen da geleert wurden, bis dieses Architektonische Ausnahmewerk entstehen konnte. Da hätten wir uns doch glatt auch gerne zur Verfügung gestellt, und da fallen uns doch gleich noch einige Mitstreiter ein, oder?? Wer also Lust hat und einen, natürlich uneigennützigen Beitrag zum Weiterbau leisten möchte, kann sich in Khun Han beim Abt melden. Wir haben gehört, dass das Kunstwerk im ständigen Wachsen begriffen ist!

Trinken für einen Guten Zweck, davon hatten wir früher immer geträumt Zwinkernd.

Unser weiterer Weg ging dann mit einem uralten, klapprigen Bus erst mal nach Si Sa Ket, teilweise im Schritttempo durch die kleinen Ortschaften. Nach dem Umsteigen am allgegenwärtigen Busbahnhof ging es weiter in die Provinzhauptstadt Ubon Ratchathani. Mit 100.000 Einwohnern ist Ubon schon eine gefühlte Großstadt, und macht auf den ersten Blick auch den Eindruck. Ein nationaler Flughafen, eine breite Chaussee, größere Hotels und viel Verkehr zur Rush Hour. Nach so viel rumgurkerei mit diversen Busmobilen wollten wir hier also erst mal 2 Nächte bleiben, bis es weiter nach Laos geht. Das Hotel ‚Srikamol’ klingt eher nach einer bitteren Medizin als nach einer Schlafstätte. Und seine besten Tage hatte das siebenstöckige Gebäude schon lange hinter sich. ‚Altehrwürdig’ ist denn auch noch leicht geschmeichelt, aber zum Betten des müden Hauptes reicht’s allemal. Auch wieder gut, das es um die Ecke einen Mark gibt, denn nach kilometerweiten Suchen haben wir in dieser Stadt kaum Restaurants, auch einfacher Art, gefunden. So ein paar frisch gemachte Satay-Spiesschen sind nach einer langen Reise unglaublich lecker. Allgemein gibt es hier kaum was Nennenswertes zu sehen. Nur die schöne, 100%ige Mondfinsternis am Abend des 10. Dezembers war eine Show am Himmel. Und ganz unthailändisch kalt war’s dazu. So waren wir froh, als es am 12.12. dann weiterging, mit dem einzigen, internationalen, Grenzüberschreitenden Bus von Ubon R. nach Pakse, Laos.

Zwei Busse fahren pro Tag und wir haben den ersten um 9:30 genommen. Vor dem Mittag waren wir an der Grenze zur Volksrepublik Laos. Alles läuft recht unkompliziert und man überquert die Grenze natürlich zu Fuß. Man stellt sich 2mal an staubigen Gebäuden an und bezahlt als Deutscher Staatsbürger 30 US Dollar Visumgebühr, ein paar Mal warten und erledigt. Ein verlangtes, aber (nun leider) nicht vorhandenes Passbild? No Problemo, zahlt man halt 1 US Dollar (!!) Bakschisch und schon ist alles geklärt. Jetzt wird doch wohl nicht das Konterfei des ersten, amerikanischen Präsidenten, Mr. Washington, als Ersatz rein geklebt, ins Visum? Ich (Thomas) sehe dem gar nicht ähnlich, ähem. Der Greenback verschwindet in den Mühlen der sozialistischen Staatsmacht. Hurra, das kommt uns irgendwie bekannt vor. Nee, aber so geht es halt auch in Asien. Und nachdem unsere ganze Busbesetzung durch die Mühlen der Bürokratie gefädelt war, standen wir auf der (noch staubigeren) anderen Seite.

Wir sind in Laos.

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Laos 12/2011