Kroatien

Verlier‘ niemals den Blick
für die kleinen Abenteuer des Lebens.
Jürgen Beuerle

(Karte)

Unseren Kroatien-Urlaub im Juli mussten wir ja leider ausfallen lassen. Diesen haben wir auf September verschoben, obwohl wir unsere Wohnung eigentlich bis Ende September geräumt haben müssen. Aber da wir bereits ein wenig vorgearbeitet haben, konnten wir uns ein paar Tage Auszeit leisten. Man muss ja auch mal in Ruhe darüber nachdenken, damit man nichts Wichtiges vergisst zu erledigen.

So haben wir unsere Kabine (unseren L200 haben wir kurzzeitig als Transport genutzt) für die Esmeralda geholt und sind dann über Prag, Brno und Bratislava Richtung Süden. Kurz hinter der Slowakisch/ungarischen Grenze haben wir uns einen ruhigen Stellplatz gesucht. Es wurde merklich wärmer. Nächsten Tag ging es weiter bis vor Budapest (wo Thomas früher sehr oft war) und dann über Szekszard nach Kroatien (Osijek) und weil es auch der kürzeste Weg ist, weiter über Bosnien-Herzegowina (BiH).

Wer glaubt, dass in Bayern viel Polizei rumfährt Zwinkernd, der sollte mal nach BiH fahren. Es wundert allerdings auch nicht. Es wird gerast und überholt, dass einem das Herz stehen bleibt. Es war ziemlich heiß und an der Autobahn wird noch gebaut. Es gibt zwar bereits ein fertiges Stück, aber bis dahin sind es etliche Kilometer Staus an Baustellen, Ampeln und Schotterpisten.

Kurz vor Sarajevo suchten wir uns ein Plätzchen bei einem Kaufhaus, weil alle Straßen eng und viel befahren waren, so dass keine Ruhe war. Wir waren an dem Tag ziemlich erstaunt, dass trotz der Staus 720 km zusammengekommen sind. An dem Abend sind wir auch, nach Dosenfutter und Katzenwäsche, ziemlich schnell umgefallen. Nächsten Tag ging es an Sarajevo vorbei und weiter nach Mostar.

Da haben wir uns die wiederaufgebaute Brücke (Stari Most) über den Fluss Neretva in 19m Höhe angeschaut. Seit vielen Jahrhunderten galt diese besondere Brücke als Verbindung zwischen Ost und West, als Verbindung zwischen der christlichen und islamischen Welt, insbesondere auch die Verbindung zwischen den katholischen Kroaten und orthodoxen Serben. Die Brücke wurde am 09.11.1993 während des Krieges in Bosnien und Herzegowina durch kroatisches Militär gezielt zerstört. Die Fotos und Aufnahmen gingen damals um die Welt. Im Jahre 1995 wurde die Brücke mit Unterstützung der UNESCO, der Weltbank und der Türkei wiederaufgebaut und kostete ca. 15 Millionen Euro. Man sollte auf jeden Fall flache und rutschfeste Schuhe anziehen, sonst riskiert man auf dem glatten, sehr rutschigen Kopfsteinpflaster mindestens Verstauchungen.

Nach Mostar ging es für uns geradewegs an die Küste und nach Süden bis hinter Dubrovnik, weil wir uns da einen Zeltplatz ausgesucht haben. Die Straße schlängelt sich schön an der Küste entlang, allerdings muss man ausreichend Zeit einplanen, nicht nur wegen der vielen Fotostops (wenn kleine Parkplätze vorhanden sind).

Auf dem “AutoCamp Kupari” in Mlini haben wir uns einen Stellplatz ausgesucht und sind bei ca. 35 °C ins Meer gehüpft. Der Zeltplatz liegt zwar nicht direkt am Meer, aber ein 10 minütiger Spaziergang stört ja nicht. Man läuft durch völlig verwilderte und sich selbst überlassene Hotelanlagen, wobei die Gebäude aussehen, als ob nach dem Krieg nie etwas daran gemacht wurde(Einschusslöcher). Dass der Krieg hier an der dalmatinischen Küste noch so allgegenwärtig sichtbar ist, hätten wir nicht gedacht. Schade, aber die Bucht selbst ist wunderschön und das Wasser schön kühl.

Nächsten Tag ging es ganz entspannt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Dubrovnik. Die Stadt liegt fantastisch an der Küste und ist sehr gut restauriert worden. Die vielen kleinen Gässchen und Restaurants laden ein. Ein Teil der Burgmauern sind frei zugänglich. Für den anderen Teil muss man mittlerweile 70 Kuna berappen, was knapp 10 Euro sind.1979 wurde die Altstadt von UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Wir könnten uns noch ein verspätetes Mittagessen außerhalb der Altstadt in der Nähe vom Hafen. Da es auch diesen Tag sehr, sehr warm war, sprangen wir in Mlini nochmal ins Wasser.

Weiter ging unsere Tour ab nun immer in Richtung Norden an der „8“ entlang, natürlich mit Badeunterbrechungen. Die Küstenstraßen bieten traumhafte Ausblicke und die kleinen Orte laden zum verweilen ein, wo man auch Strände findet. Leider sind an dieser Straße keine ruhigen Zeltplätze zu erwarten, die meisten liegen direkt an dieser Straße.

Die Stadt „Sibenik“, nördlich von Split, hat sogar einen UNESCO-Eintrag. Der Stadt sieht man es von außen nicht an und hätte keine Werbung für das UNESCO Weltkulturerbe gestanden, wären wir höchstwahrscheinlich vorbeigefahren. Die Stadt hat zahlreiche Gässchen, Treppen und an zentralen Plätzen ist gut beschrieben, wie der jeweilige Stadtteil entstanden ist. Sehr schön.

Da wir schon immer zu „die Plitvicer Seen“ wollten, führte uns der Weg von der Küste erstmal steil in die Berge. Durch die vielen Serpentinen und Kurven kamen wir nicht so schnell voran, so dass wir erst am Nachmittag vor dem Parkeingang standen. Da herrschte erst mal völlige Ratlosigkeit, nicht nur bei uns. Außer Parkplätzen war nichts ausgeschildert und weitere Infos gab es erst bei Kauf eines Eintrittstickets. Wir entschieden uns dazu ein ruhiges Plätzchen zu suchen und morgen früh rein zu gehen.

Nach dem wir unser Ticket für 110 Kuna pro Person gekauft haben und wir die Touren (auf der Eintrittskarte aufgedruckt) aussuchen konnten, beschlossen wir die große Tour um fast alle Seen zu machen. Auch wenn drauf steht, dass es bis zu 6 Std. geht. Wenn man verstanden hat, wie es funktioniert und bei den Wegbeschreibungen etwas Fantasie mit walten lässt (die Ausschilderungen haben andere Bezeichnungen als auf dem Ticket abgebildet), kommt man gut durch den Park. Schade das es in den letzten Tagen nicht geregnet hat, sonst wären die Wasserfälle noch spektakulärer. Die Wege sind aber toll angelegt und man kann mit dem Schiff übersetzen bzw. Teilstrecken auch mit dem Park-Zug fahren. Sie sind zwar als Panoramazüge ausgeschildert, aber der Zug fährt nicht an freier Fläche vorbei, dass man einen Blick von Oben auf die Seen hätte. Im Großen und Ganzen ein schöner Park für Alt und Jung, wenn man halbwegs gut zu Fuß ist. Es wurden zwar auch 2-Tagestickets angeboten (180 KN), aber wenn man früh los macht, reicht ein Tag und man hat trotzdem reichlich zeit, die man auch benötigt, wenn man Fotos oder Ausblicke mit wenig Menschen haben möchte.

Wir sind zurück an die Küste und Richtung Rijeka, da wir noch bisschen Strand und Sonne genießen wollen. Die Strände um Rijeka sind nicht so besonders (oder wir haben nicht den besten gefunden). Wir haben der Stadt gleich wieder den Rücken gekehrt oder man könnte auch sagen, wir haben sie gleich „links liegen lassen“. Denn unser Weg führte uns auf die Halbinsel Istrien.

Auf einer relativ neuen Schnellstraße geht es fast bis zur Südspitze, zumindest bis kurz vor Pula. In der Stadt gibt es eines der größten von den Römern erbauten Amphitheatern und ist das Wahrzeichen der Stadt. Man ist schon seit längerem an der Restaurierung und es wird wohl auch noch ein bisschen dauern. Auf dem 10-Kuna-Schein kann man das Gebäude ebenso bewundern. Wir konnten direkt vor dem Amphitheater unsere Esmi parken.

Die Altstadt ist nicht sehr groß und auch der Hafen liegt vor dem Theater, so dass man sich relativ schnell einen Überblick über die Stadt verschaffen kann. Gegenüber vom Hafen (nur per Boot erreichbar) liegt der Nationalpark Brijuni, bestehend aus 14 Inseln, allerdings ist nur die Hauptinsel frei zugänglich.

Nördlich von Pula liegt Rovinj, wo wir uns (mangels frei zugänglichen Strand) auf dem Zeltplatz Polari ein Strandplätzchen gesucht haben um uns den letzten Tag noch den Pelz ansengen lassen. War doch bissel sehr intensiv an dem Tag.

Am späten Nachmittag sind wir weiter nach Norden und noch bis Slowenien gefahren. An der Grenze war schon sehr viel los, wir hatten vergessen, dass am Dienstag Schulanfang ist und es Rückreiseverkehr von vielen Familien ist. In Slowenien hatten wir mit unserer Übernachtungsmöglichkeit nicht soviel Glück. Wir haben länger gesucht und in der Nähe lag auf der einen Seite die Schnellstraße und auf der anderen Seite die Bahn. Dafür standen wir niemandem im Wege. Am Montag sind wir zwischen Sonnenschein und Regen nach Hause gedüst. Zu Hause wartet noch viel Arbeit auf uns

zurück zur Weltreise 2011 - 2016
weiter mit den Vorbereitungen
zurück zur Startseite