30.07.2003 – 10.09.2003 Thailand

Nachdem uns der südaustralische Winter so richtig überraschend in die Knochen fuhr, war die Vorfreude auf unsere Tourfortsetzung in Südostasien groß. Nochmal war Staunen angesagt, denn wir überquerten komplett bei bester Sicht dem gesamten australischen Kontinent von Melbourne aus nach Norden und selbst aus der Luft kann man noch mal die sagenhaften Dimensionen und die Weite des Outback's erahnen, man fliegt schließlich 4-5 Stunden über das Land mit dem Namen ‘Oz’ !! (Bezeichnung, vorwiegend gebraucht von den Aussies für ‘ihr’ Land). Wer den 5. Kontinent als ‘langweilig’ bezeichnet, ist arm dran und selber schuld. Denn die Abwechslung der Landschaft vor allem in der viele 1000de von Kilometern messenden Küstenregion von den Tropen bis zum gemäßigten, kühlen Tasmanien, aber auch der Zauber des roten Zentrums und der Regionen dazwischen erschließen sich dem Reisenden (so auch bei uns) oft erst NACH der ersten Tour. Hat man mehr als nur eine Kurzreise dort unternommen, dann wird Down Under einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und hat man die Möglichkeit, irgendwann wiederzukommen, dann lässt einen der Gedanke daran auch nicht mehr los. So wie bei uns....

Bangkok empfängt den, von mittleren Rückenschmerzen gebeutelten (Flug-), Reisenden mit der typisch schwül-feuchten Hitze und einem 1,5 stündigen Stau durch die 12-Millionen-Metropole. Auch wenn man große Städte nicht so mag, den riesigen Königspalast,

oder den Wat Arun (Tempel der Dämmerung)

bzw. eine der anderen, vielen, schönen buddhistischen Tempelanlagen, sollte der interessierte Reisende nicht auslassen, oft sind gerade diese Plätze Oasen der Ruhe in der immer brummenden Metropole. Das Chinatown in Bangkok ist absolut sehenswert, eine Bootsfahrt auf dem Chao Phraya River

ist ein Erlebnis und auch für die Lungen gesünder als ein Smog-angereicherter Abenteuertrip mit dem TukTuk (Moped-Taxi) durch die immer verstopften Straßen der Riesencity. Alternativ dazu kann man zum erkunden auch den Sky-Train nutzen oder die U-Bahn, die aber (wie die Millionen von klimatisierten Taxis) meist weit unter die Hälfte der Umgebungstemperatur runter gekühlt sind. Steigt der schlotternde Traveller dann aus dem Vehikel, knallt einem dann nach 15 Grad Kühle - wieder die üblichen 35 Grad entgegen. Was dann leider auch mal zu einer deftigen Erkältung führen kann.

Nach einigen Tagen ist man Stadtmüde und ein Nachtbus zum Preis eines guten Frühstücks brachte uns auf Thailands größte Insel Phuket, ca. 670 km von der Hauptstadt.

Dass wir zur Monsunzeit in den Süden gekommen waren, machte uns nicht allzu viel aus, der Temperatursprung war dadurch nicht allzu gewaltig und meist gibt es nur 1-2 h Regen am Tag. Es ist aber ca. 10 Grad kühler als die obligatorischen 35-38 Grad Celsius, allerdings ist das Meer unruhiger als außerhalb des Monsuns.

Wir hatten mal richtig Zeit, umzuschalten, zu lesen, viele Bekanntschaften zu knüpfen, Freunde zu finden und in der längeren Zeit, die wir jetzt in Thailands Süden hatten, auch einiges über die Probleme der vielen deutschsprachigen mittel- und lang-'Residents' zu erfahren. Manches erfährt der Asienreisende nicht spontan. Es ist erstaunlich, mit was für Tricks sich manche Aussteiger, Restaurantbesitzer und andere Überlebenskünstler über Wasser halten. Mal eben ganz gut, mal eher katastrophal. Und das es bei sehr vielen Thai-Deutsch - oder Österreich bzw. Schweizerischen - (Ehe) - Verbindungen manchmal nach einiger 'friedlicher' Zeit extreme persönliche und gesellschaftliche Probleme auftauchen ist klar. Probleme, die dann leider auch oft in lebensgefährlichen Dramen enden. Einige Male waren wir schon Zeugen solcher Auseinandersetzungen, dann geht es ziemlich rund und man geht am besten in Deckung... Ist man lange im Ausland, freut man sich dann auch mal über direkte News von zu Hause, eine Fußball- oder Formel1 - Übertragung aus Deutschland und den damit verbundenen Gedankenaustausch mit neu Angekommenen oder wertvolle Tipps von alten 'Asien-Cracks'.

Danke vor allem Till am Kata Karon Beach und seinem RELAX PUB,

wo wir eine schöne und interessante Zeit verbringen konnten. Touren an die landschaftlich phantastische Phang-Nga Bay waren natürlich obligatorisch und es sollte uns später immer wieder an diese Orte ziehen. Das Fischerdorf Koh Pannyi war auch für uns ein Highlight,

die kegelförmigen Karstfelsen an und um Krabi - und auch Kilometerweit im Inland haben eine der erstaunlichsten Kulturlandschaften der Erde geschaffen. Eine der aufregendsten Gegenden Südostasiens überhaupt, ist die Andamansee mit den vielen Inseln vor der Thailändischen und Malaysischen Westküste. Wohl eines der schönsten Ziele für Asien-Einsteiger, Tauch- und Schnorchel-Fans aus aller Welt. Und das alles kann man dann mit der hervorragenden Thailändischen Küche verbinden.

Von Phi Phi Island, Koh Lanta, Krabi und Ao Nang Beach im Südwesten über die zentrale Bergregion ging’s dann weiter nach Suratthani und damit den Startpunkt zur Erkundung der Inseln im Südosten. Die Bekannteste ist wohl Koh Samui mit eigenen Airport, viel Tourismus und vielen verschiedenen Stränden. Auch wir haben im Laufe unserer Reisen schon gemerkt, dass sich Niveau und Gesicht der einst sehr schönen Inseln im Golf von Thailand stark verändert haben. Was nicht heißt, das sie jetzt nicht mehr schön sind - nur eben stark verändert. Besonders auf Koh Samui und Koh Phangan hat der Massentourismus viel von der Ursprünglichkeit der Landschaft und der Kultur zerstört. Es wird sich bemüht, aber leider ist gerade aus Chaweng Beach in den letzten Jahren eine Ansammlung von lärmenden Betonburgen entstanden. Auch der ruhigere Lamai Beach verändert sich immer mehr zum Kommerz. Trotzdem findet sich nach einiger Suche für fast jeden Geschmack ein ruhiger Platz. Wer wie wir, die Insel individual erkunden will, kann sich für 4-6 Euro pro Tag ein Moped/ kleines Motorrad mieten und durch die Palmenhaine düsen, bis man nicht mehr auf dem Vehikel sitzen kann.

Nach einigen Wochen ging es weiter zur Nachbarinsel Koh Phangan, wo alles etwas urwüchsiger ist. Manche kennen die Insel von den berüchtigten "Full-Moon-Partys" wo sich der Sinnsuchende zu Technogeschepper eimerweise Alk und Drogen einlitert, eine ganz neue Bewusstseinsebene erklimmt und versucht, ins Nirwana abzuheben. Wenn's schee macht... "Schee" war die Insel vielleicht mal vor dem Einfall der BumBum-Wütigen. Wir haben uns mehrere Bungalow Anlagen angesehen. Man wird ja bereits auf den ankommenden Schiffen massiv von Schleppern mit bunten Fotoalben über die Gasthäuser etc. bombardiert. Eigentlich eine gute Sache, muss man doch später weniger suchen. Aber wie das wohl auch bei anderen Prospekten manchmal so ist, ist die Realität oft bei weiten nicht so schön wie auf den Fotos. Die von uns ausgesuchten Bungalows hatten defekte und zerschlagene Toiletten, zerrissene Moskitonetze und zerfetzte Matratzen. Auch die 2. Anlage sah nicht viel besser aus, in der 3. haben wir dann, um nicht gleich zu flüchten, 2 Nächte verbracht um dann weiter nach Koh Tao zu schippern.

Die 3. Insel, Koh Tao, ist die kleineste, aber für uns schönste der Gegend. Kristallklares, Türkisblaues Wasser mir vielen Tauch- und Schnorchelbuchten, nette Kneipen. Eine entspannte Stimmung sorgte für schöne Tage zwischen 28 Grad warmen Meer, der leckeren Küche und viel schmökern in mitgebrachten oder auch getauschten Büchern am Strand. Für die große Nachfrage auf Koh Tao stehen oft gar nicht genug Betten zur Verfügung, und die relativ wenigen Bungalows auf der kleinen Insel sind immer knapp.

Was alles so passiert, merkten wir die letzte Nacht auf Koh Tao. Alles mögliche Federvieh trampelte, gackerte und röhrte auf dem Dach unserer Hütte rum und hielt uns munter. So packten wir unsere Sachen schon früh und auf ging’s zur nächsten kleinen Fähre zum Festland, nach Chumphon. Nach 3 Std. und 20 min. kamen wir um ca. 13:30 mit der K.T. Cruiser Pier in Chumphon an. Die letzten Kilometer kamen wir durch erschreckend verdreckte Hafengewässer und vorbei an vielen Seelenverkäufern, uralten Fischerbooten und viel Elend auf und am Wasser. Dann ging’s weiter mit dem bewährten Zug nach Norden, in die Hauptstadt, wo wir einkauften, abenteuerliche, abgelegenere Stadtteile erkundeten, neue Rucksäcke kauften (wir hatten einfach keinen Platz mehr...) und die Thai-Massage genossen. Was besonders an den Füssen, nach langen Kilometern per Pedes durch Siams Metropole, abends eine sehr entspannende Therapie ist.

Und so war es Zeit für Heimaturlaub…..

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