10.01.2004 – 13.01.2004 Kambodscha

Wir (natürlich noch zu dritt, mit Gunnar) schnappten uns einen Bus zur kambodschanischen Grenze und haben auch das Visa relativ unkompliziert an der Grenze bekommen (Preis 1000 Baht, ca. 22 Euro). Nur die geplante Fahrt Richtung Siem Reap lief etwas anders ab als von den Thais angeboten worden war. An der Grenze war Schluss mit dem Transport und wir gingen zu Fuß rüber.

Auf der anderen, etwas chaotischeren, Seite wusste keiner so richtig, wie es weiter geht. Da stand dann ein klappriger Kleinlaster mit freier Ladefläche und alles sollte drauf. Nach enger, extrem staubiger Rumpelei wechselten wir drei das Fahrzeug in Sisophon, bezahlten einem Privat-Jeep-Fahrer einige Dollar und 3 Stunden später waren wir in Siem Reap. Wir haben im Ort im Angkor-Guesthouse übernachtet und uns am nächsten Tage ein wenig in der Stadt umgesehen. Das 3 Tage-Ticket für Angkor Wat kauft man direkt am Eingang und man sollte einfachhalber schon ein Passbild dabei haben, man bekommt ein Ausweis. Ein Mopedrikscha-Fahrer wollte uns unbedingt für 10 $ pro Tag rumfahren. So stand die folgende Zeit im Zeichen eines der größten und beeindruckendsten sakralen Bauwerke, das Menschen je geschaffen haben. Die ganze Anlage hat mit den vielen Nebenbauten weit über 200 Quadratkilometer Ausdehnung und wurde zwischen dem 9. bis 15. Jahrhundert erbaut und bewohnt. Sie stellte damals das kulturelle Zentrum des Khmer-Königreiches dar. Die Stätte wurde aus nicht genau geklärten Gründen verlassen und die Bauwerke im Dschungel erst von französischen Forschern im 19. Jahrhundert wiederentdeckt. Mittlerweile wurden über 1.000 Bauwerke, Tempel und Heiligtümer gefunden, die Ausgrabungen und Restaurierungsarbeiten dauern an.

Am ersten Tage sind wir erst mal am Haupttempel mit den umliegenden Wasserflächen unterwegs gewesen. Das Inlandklima schlägt ganz schön auf's Gemüt, extrem feuchte Schwüle ohne eine Brise vom Meer schlaucht gewaltig. Leider gab es auch trübes Wetter zwischendurch. Viel rumklettern, verwinkelte Ruinen erkunden, man kann sich im Prinzip überall frei bewegen. Die gewaltige Größe und beeindruckende Architektur von Angkor Wat haut einem schon fast um.

Am Tage 2 war dann die Stadt Bayon dran, die City der tausend Gesichter, die in Stein gehauen, in alle Himmelrichtungen blicken und König Bothisattva Lokheshava darstellen. Bayon ist anders als der Haupttempel Angkor Wat, kleiner, hat ein rundes, zentrales Heiligtum und ist nicht von Mauern umgeben. Auch hier und in den umliegenden Tempeln kann man viele Stunden verbringen, es gibt viel zu bestaunen und man kann lange Wege durch die Anlage gehen oder rumklettern. Zwischendurch stärkt man sich mal an einer der vielen kleinen Kneipen und Suppenküchen.

Am Nachmittag dann für die für uns verrückteste Anlage, Ta Phrom!! Wieder ganz anders als die großen, hohen Haupttempel ist das alte Ta Phrom noch vom Dschungel überwuchert. Die Gänge und Mauern von Würgefeigen bewachsen, geht man wie Indiana Jones durch verwinkelte Gänge und sichtlich 'morsches' Mauerwerk. Die tropische Vegetation läuft wie große Schlangen beiderseits der Fassaden entlang und hat die alten Bauten an vielen Stellen regelrecht gesprengt. Reliefs und Schmuck sind überwuchert und teilweise zugewachsen, mehrere Bäume sind von Blitzen gespalten. Ta Phrom ist eine Sammlung von skurrilen Fotomotiven und ein mystischer Ort ohnegleichen, wer schon mal hier war, kann das sicher bestätigen. Wir konnten uns an diesen Ort nicht sattsehen und haben mehrere Stunden dort verbracht. Fazit: Klimatisch anstrengend, aber Einzigartig!

Nach diesen Finale ist der 3. Tag recht ruhig verlaufen und wir sind mit unseren Fahrer einige (70!) Kilometer zu einer abgelegeneren Anlage gedüst, zu Ban Taey Srei. Wieder ganz anders, ist diese Anlage mit sehr filigranen Steingravirungen versehen, es ist eher rotbraunes Material, bis ins Ocker gehend. Auch diese Anlage ist gut besucht, aber es fehlen leider die großen, schattenspendenden Bäume und die Sonne brennt in voller Intensität vom Himmel.

So fanden wir uns am Nachmittag bei besten Wetter nochmal am Haupttempel v. Angkor wieder, endlich auch noch die 'trüben' Foto -und Filmaufnahmen vom Tag 1 verbessern.

Der Weg zurück von Siem Reap zurück zur Thailändischen Grenze war wieder die gleiche Piste aus Kratern und Staub, kaputten Stahlbrücken über teilweise ausgetrocknete Flüsse und Schluchten. Die Straße als solches war zu dieser Zeit kaum zu erkennen, und nachdem wir uns bis Poipet durch gerumpelt hatten, hieß es leider Abschied nehmen von unseren Reisebegleiter. Für Gunnar aus Dresden war der Urlaub langsam vorbei und wir hatten unglaublich viel in den letzten 6 Wochen erlebt. Sein Weg ging zurück nach Bangkok und dann Westwärts in Richtung Deutschland.

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