PARIS 2010

Herbst 2010...lange schon nicht mehr in Paris gewesen...dachte ich mir so. Nun, Heidi ja noch gar nicht, also los! Für uns eine Supergelegenheit, auch gleich eine alte Freundin zu besuchen (nein, die Freundin ist nicht alt, nur die Freundschaft;-)). Also einen Flug mit der Air France von München nach Paris gebucht, und am Freitag, dem 10.9.2010 ging es, gleich nach der Arbeit zum Flughafen, los und ab die Post.

Der erste Eindruck in Paris war positiv, denn ein 3-Tagesticket für die Stadt, für die öffentlichen Verkehrsmittel kostet als Touri-Fahrschein "Visit Paris" gerade mal 20 Euronen. Da sollte sich München mit seinen (vergleichsweise) extrem exorbitanten MVV-Preisen mal ein ganzes Brot und nicht nur 'ein paar Scheiben abschneiden'!! Dann der Tiefschlag, Totalausfall der Verbindung des im Norden der Seine-Metropole gelegenen Airports zur City. S-Bahn, Bus und Taxi-Chaos und eine 3-4 stündige Odyssee mit diversen Bussen (im Dauerstau) und Zügen. Bis wir dann endlich bei Doro und Ihrer Familie im Süden von Paris ankamen, war es zwischen 10 und 11 Abends. Schade um die unterwegs verlorene Zeit. Wir sind super aufgenommen worden, und es gab erst mal Pasta Pasta. Mit baldigen 'Umfallen' für alle Beteiligten, es war ein langer Tag.

Am Samstag dann, nach gemeinsamen Frühstück in Maisons-Alfort (MA.), ging unsere erste Tour in die 2,3 Mill. Stadt, die man von MA. in einer knappen Stunde erreichen kann. Bei wunderschönem Herbstwetter sind wir durch die City, Pigalle und Montmartre. Schon ein Höhepunkt und Tipp (Wetterabhängig) ist das Raufsteigen auf die Kuppel der wunderschönen Sacre Cour. Der Rundgang über das Dach der im 18. Jahrhundert von Paul Abadie erbauten Basilika bringt auch einen tollen Blick über die Stadt und die Architektur der Kirche ist schon außerordentlich.

Dass man in Paris, speziell in der Gegend um das berüchtigte 'Rotlichtviertel', auch gut und günstig essen kann, zeigen einige Griechische, Libanesische u.a. Restaurants um den Berg. Ansonsten ist dieser Bezirk eher mit Rumpelläden, Sexshops, Kram- und Wühlshops präsent. Man sollte auf seine Sachen aufpassen (wie eigentlich selbstverständlich im Getümmel aller großen Städte), aber es ist eigentlich ganz entspannt.

 

Nachmittags sind wir dann zum Triumphbogen an der Avenue des Champs-Elysees, ein wenig Bummel auf der Prachtstraße & Parkanlagen und weiter zum Place de la Concorde.

Mit der Metro ging es weiter zum Gare d'Austerlitz um ein wenig im Park des anliegenden Naturkundemuseums zu relaxen.

Anschließend sind wir noch Wein besorgen für die abendlich anberaumte Grillparty und dann sind wir wieder raus zu Doro und Familie. Es war ein schöner Abend mit Grillen im Garten, viel Gesprächsstoff über Zukunfts-Pläne und Vergangenes.

Am Sonntag wollten wir dann alle zusammen unterwegs sein und was für ein Riesenvorteil, das Doro's Ehemann, Nico, ein Taxifahrer ist und uns mit Tricks und natürlich guter Ortskenntnis durchs Zentrum von Paris brachte. Auch die kleinen 'Sonderrechte' eines Taxis konnten wir ausnutzen, um auch mal da zu parken, wo man sonst wahrscheinlich (als Normal-Auto-Fahrer) mit Strafzetteln zugekleistert werden würde. So haben wir alle zusammen den La Tour Eiffel gestürmt, per Treppe ging’s bis zum 2. Observationsdeck. Das geht schneller als anstehen für den Lift, ist günstiger und ein wenig fit hält es auch. Und die Kinder haben es tapfer mitgemacht und gut geschafft. Wieder ein herrlicher Sonnentag und eine tolle Aussicht auf Paris.

Anschließend gab es, zur Freude der Kinder - klar, ein Lunch in einem berüchtigten amerikanischen Restaurant mit dem güldenen 'ÄM', Sofort fällt dem vergleichenden Reisenden, das 'Mc brr'. in Frankreich (vielleicht speziell Paris) schon wieder ganz andere Preise hat als bei uns in Deutschland. Also leicht bis mittelschwer nach oben angepasst ;-))

Dank unserer 'speziellen Parkmöglichkeiten' waren wir nachmittags auf bestem Wege zur/in die Notre Dame, alles Pflichtprogramm. Aber beim ersten Parisbesuch (Heidi) sollte/kann man das schon machen, ist immer wieder ein Erlebnis.

Zum abendlichen Dinner bei Doro & Nico gab‘s dann ein leckeres Couscous. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an alle, wir haben gelernt, da es auch ein unglaublich schmackhaftes, braunes Starkbier in Frankreich gibt (Hmm!)

Montag, unser leider schon letzter Tag, waren wir nochmal allein unterwegs. Nach der Verabschiedung von Doro ging es mit der Metro zum Gare du Nord, und da haben wir in den (noch vorhandenen) Schließfächern unser Reisegepäck untergestellt. Das geht leider seit dem 11. Sept' 01 auch in der französischen Metropole nicht mehr so einfach. Alles ist mit hohem Sicherheitsregeln ausgestattet, Kontrollen beim abgeben der Sachen wie am Airport beim Einchecken...Und Tage danach erfuhren wir dann, das der Eiffelturm einen Tag später schon wieder mehrfach wegen terroristischen Drohungen gesperrt wurde. Wir hatten mal Glück gehabt am Sonntag. Crazy World.

Nachdem wir dann am Montagvormittag einen kleinen Flohmarkt angesehen hatten, kam ein ganz anderes Pariser Original zur Besichtigung. Nach mehrfachen Tipps von verschiedenen Leuten ging’s raus zum Nobelfriedhof Pere Lachaise. Schon die schöne Lage ist ein Besuch wert. Fast alles, was in Frankreich Rang und Namen hatte, ist auf Pere Lachaise zur letzten Ruhe gebettet worden. Die 'halbe' Musikwelt pilgert seit dem Tod von Jim Morisson (Doors) zu seinem Grab. Die, doch schon recht umfangreichen, mondänen Grabmäler sind schon außergewöhnlich. Alles liegt auf einem Berg, es ist regelrecht eine 'verrückte Friedhofsstadt' für sich. Sehenswert!

Als krassen Kontrast folgte dann ein Besuch in der ultra-modernen Neustadt, La Defence.

Das Ganze ist schon sehr Geschmackssache, was Architekten dort draußen, westlich der City, aufgebaut haben. Bürogebäude, Bankenpaläste und schräg-futuristische Einkaufstempel der Science-Fiction Art, geometrisch scharf gezogene, mathematische Formen und Objekte aus Glas, Stahl und Beton, Weite und Raum als Wiederspruch zum alten, engen, klassischen Paris. Ein Stück Chicago oder Brasilia an derSeine. Über sowas kann der Reisende ja immer streiten und die Meinung über solche architektonischen Ergüsse gehen da weit auseinander.

Wir fanden's diesmal nicht so 'prickelnd' und flüchteten aus diesem etwas sterilen Stadtteil mit der Metro in das kleine "Chinatown" von Paris, eher etwas zentraler gelegen. Wir fanden ein kleines Restaurant, wo es sogar edles, grünes Thaicurry gab, und die Globetrotter-Welt war wieder in Ordnung. Relaxen, Musik hören im nahen Park, Rucksäcke holen, letzte Einkäufe und wieder zum Airport Charles de Gaulle zurück. Eine entspannte Stunde Flug an die Isar retour und das war‘s für Dieses mal. Wir werden wohl mal wiederkommen müssen...