Malaysia & Borneo mit Brunei 2008

In altbewährter Quartett-Besetzung wollten wir nun in diesem Frühjahr 2008 den südostasiatischen Raum entern. Gesagt, gebucht, getan. Während wir beide mit Claus mit Ethiad Airways nach Abu Dhabi flogen, um uns dort in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate und der verbleibenden Stoppover-Zeit ein wenig umzusehen, war unser 4. Mitstreiter, Gunnar, bereits schon vor Ort. Er hatte schon Bekanntschaft mit der Wüste gemacht und war im Jeep über die Dünen gebrettert. Wir drei haben die 7 Stunden genutzt, um mit einem Taxi in die Stadt zu düsen und uns von unserem Fahrer einiges erzählen zu lassen. Diese Gegend der Welt war auch für uns Neuland und es ist hier schon einiges anders. Kulinarisch, Kulturell, Klimatisch, Landschaftlich, Sprachlich - einige der wohl bedeutendsten Gründe, eine Reise zu tun.

Seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich die Stadt unglaublich gewandelt und ist aus einfachen Bauten auf der Insel, damals teilweise ohne Elektrizität und Kanalisation, zu einer Supermodernen - wie extrem reichen, modernen - City geworden. Eine Stadt, die fast 900.000 Einwohner hat und die Küste mit Wolkenkratzern, Malls, sowie Autobahnen zugebaut hat. Was das schwarze Gold aus der Tiefe der Wüste so alles bewirken kann... Ein Rundgang am Yachthafen, ein Besuch im 7-Sterne-Hotel "Emirates-Palace" und einer großen Shopping Mall waren zeitlich schon mal für uns drin. Klimatisch sind die Emirate so grad schön das 'Zwischending', wenn man im März aus dem noch frischen München ins tropische Malaysia flattert. Das Emirates-Hotel, welches normalerweise nicht zu 'besichtigen' ist (ohne Buchung), erschlägt den staubigen Reisenden mit Pomp, Prunk, Blattgold, Kristall und Edelhölzern. Hier muss man zeigen, wo der Kies rumliegt. Man lässt es Architektonisch krachen.

Etwas benommen vom dekadenten Darstellungsdrang sind wir später abends wieder die ca. 38 Km zum Flughafen rausgefahren. An der Smoking-Lounge im International Airport haben wir uns dann (wie immer zuverlässig) mit Gunnar getroffen, und um ca. 3 Uhr Ortszeit ging es weiter. Wir haben unser 'Räuchermännchen' inmitten von gelben und grauen Rauchschwaden - in dieser kuriosen Qualm-Glas-Kapsel - kaum ausmachen können. Nach 6,5 Stunden Knochenverbiegen über dem Indischen Ozean sind wir gut in Kuala Lumpur, KL (Malaysisch für 'Sumpfige Flussmündung') angekommen.

Unsere weiteren Flüge hatten wir alle innerasiatisch mit der malaysischen AirAsia geplant. Man kann für Traumpreise fast alles innerhalb Südasiens erreichen, und das mit fast nur nagelneuen Airbussen. Bucht man recht früh, wird‘s noch günstiger. Nur den Terminal muss man in der Malaysischen Hauptstadt wechseln, oder besser gesagt, außerhalb der Hauptstadt, denn die Airports liegen weit im Süden von KL.

Erstes richtiges Ziel für unsere Tour ist das Sultanat Brunei, eine Kleinstaat im Norden der Insel Borneo, umschlossen von Malaysischen Territorium. Auch Brunei ist durch Öl und Gas reich geworden, man verzichtet auf Alkohol, dafür soll das Gesundheitssystem für die Einwohner umsonst sein, und es gibt einige andere, sozialen Vergünstigungen. Wir hatten uns schon ein Zimmer in einem Gasthaus im Zentrum der Hauptstadt, Badar Seri Begawan, reserviert.

Die Stadt hat ca. 400.000 Einwohner und liegt im Prinzip direkt am Meer. Auf einen Tipp hin sind wir am nächsten Tag dann mit einem Taxi zu einer neuen, sehr schönen Moschee rausgefahren und haben uns danach Einiges in der Stadt angesehen.

Am Nachmittag war dann eine Tour mit Motorboot durch die nahen Mangrovenlabyrinthe angesagt. Sehr viele der Bruneier leben direkt am und mit dem Wasser. Fast alles wird mit Booten organisiert, es gibt viele Stege und Brücken, ein regelrechter Mikrokosmos wächst in den Dschungel, ca. 100 Km nördlich des Äquators. Das Leben dabei selbst fließt in tropischer Gelassenheit dahin, ist oft recht einfach und bescheiden, trotz des gigantischen Reichtums 'gegenüber' in den weißen Palästen des Sultans, einer der reichsten Personen weltweit überhaupt.

Da unser nächster Flug vom 110 km entfernten Miri, Malaysia ging, bestellten wir uns am nächsten Tag ein Taxi, das uns in die kleine Hafenstadt im Bundesstaat Sarawak brachte.

Borneo, die drittgrößte Insel der Welt teilt sich in 3 Staaten. Das kleine Brunei macht nur wenige Prozent aus, Malaysia im Norden ca. ein Drittel und der übergroße Rest im Süden gehört zum Indonesischen Kalimantan. Miri bietet für den Reisenden nichts sensationelles, so bleibt es beim Besuch diverser Restaurants, sowie bummeln am Meer. In einem chinesisch geführten Fischrestaurant, direkt am Meer fanden wir alle was Leckeres zum Speisen und das vorzügliche TIGER-Bier floss reichlich, kein Wunder bei dieser Bullenhitze.

Das nächste Ziel heißt Kota Kinabalu (früher Jesseltown) im Bundesstaat des malaysischen Sabah.

Die Metropole (KK) hat immerhin 1,2 Mill. Einwohner (mit Vorstädten) und wird auch in einer knappen Stunde von Miri durch die AirAsia angeflogen. Hier wollten wir einige Tage bleiben und uns vor allem die Bergregion um den Mt. Kinabalu ansehen, der mit 4095 m der höchste Berg Südostasiens ist.

Um den Berg herum liegt ein interessanter Nationalpark mit heißen Quellen, tropischer und gemäßigter Vegetation, eine extrem dichte und beeindruckende Flora und Fauna. So standen einige Touren an, mit Bus und Taxi, über Berg und Tal, durch Lehm, Dschungel, abenteuerliche Straßenlagen, tropische Gewitter und Sturzbäche von Regen. Alles wurde durch die nahezu todesmutigen Fahrkünste unseres Taxipiloten 'veredelt' . Der wollte uns beweisen, dass er auch ein kleiner 'Schumacher' ist, (klar, kennt man den hier auch) und heizte an Bergflanken lang und über Holperstraßen, das uns schlecht und heiß und kalt wurde.

Am Ende unserer Zeit auf Borneo waren wir noch südlich der Stadt (KK) , in Melinsung, zum Baden und schnorcheln in einer privaten Ferienanlage. Zum 'Leutekennenlernen' und gemeinsamen Kochen kommt man dann schon mal, wenn einen der Hausmeister der Anlage zu sich einlädt. Schee wars!

Von Kota Kinabalu bringt uns die Linienmaschine in knapp 3 Stunden über das südchinesische Meer wieder nach Westmalaysia, erst nach Kuala Lumpur, dann weiter nach Kota Bahru an der Ostküste und Hauptstadt der Provinz Kelantan. Für den Überflug der malaysischen Halbinsel braucht man nur eine knappe Stunde, und der von der AirAsia angebotene Spezialpreis war echt der Hammer mit 5 US Dollar plus einige Steuern unser günstigstes Angebot überhaupt. Und es gab keine Stehplätze oder draußen auf der Tragfläche schlottern, wie wir vorher witzelten, alles ist real und ohne versteckter Nachteile. Sogar die Toilettenbenutzung ist ohne Androhung von Kosten incl. Zwinkernd.

Kann man nich' meckern, freundlicher Service, und wieder ein neuer Airbus. Hat man mal mehr Zeit, sollte man diese schöne Strecke mit dem Bus fahren, ein ganztägiges Serpentinenabenteuer mit dem Linienbus von Küste zu Küste übers Zentral-Gebirge ist dann garantiert. (Wie schon einige Jahre vorher von uns probiert.). Nur nach Möglichkeit nicht grade zum Ramadan (wie wir), denn da bekommt man bei den sonst so tollen malaysischen Garküchen Tagsüber nix zu beißen. In dem Falle hilft der Chinamann und wirft einem immer mal ein paar Reiskörner in den Wok. Und indische Küche gibt’s dann auch noch, besonders in den gemäßigten Cameron Highlands, in Zentralmalaysia. Dort, im angenehmen Klima wächst der gute Tee und man kann im Bedarfsfall Pause von der tropischen Hitze machen, Riesenschmetterlinge bewundern oder Bergtouren machen. Am besten alles zusammen. Nahe Kota Bahru haben wir noch Stop im PCB-Resort gemacht, das vom Sultan eröffnet und von Queen Elizabeth & Prince Philip besucht wurde. Abends kann man in Kota Bahru über die Märkte streifen, es gibt dutzende China-Restaurants, die gutes Bier anbieten und sogar eine Thai-Kneipe, die kein Thai-Curry hatte und wo man dies irgendwie auch nicht kannte. Also Sachen gibt’s.

Und Murphy, der Sack,hat auch wieder zugeschlagen, wir fanden später in dieser Großstadt 40 min kein Taxi, das uns raus zum Resort bringen wollte, erst nach langem Suchen, zig' mal fragen fand sich ein 'Privat-Schwarz-Fahrer', der uns für einige klingenden Münzen zu unseren abgelegenen Domizil an der Meeresküste bringen wollte.

Am nächsten Morgen ging's per Taxi 80 bis 100 km durch Reis- und Tabakfelder nach Süden, auf zum Hafen. Der dritte Teil unserer Reise ging aufs Boot und raus zur Doppelinsel Pulau Perhentian.

Fast noch ein kleiner Geheimtipp, zumindest noch nicht zubetoniert, liegen dort 2 wunderschöne Inseln vor der malaysischen Küste. Sie sind Meeres-Nationalpark und Schutzgebiet, es gibt keine großen Hotels und man kann super Schnorcheln oder nach Bedarf tauchen. Bungalow-Anlagen sind einige vorhanden, wer kein Luxusniveau braucht und Natur erleben noch wichtig findet, kann außerhalb des Monsuns eine schöne Zeit auf Perhentian verbringen. Zwischen November und Februar sind die Inseln daher vermindert oder gar nicht zugänglich, der Schiffsverkehr ist fast eingestellt, vieles ist dort geschlossen.

Im "Matahari" hatten wir auch 2 Bungalows mit sehr gutem Restaurant (!!) gefunden, und die letzte Woche war gerettet. Bei einer Tour mit Boot an einigen Schnorchel-Revieren haben wir dann auch Weiß-Spitzenriffhaie und Riesenschildkröten aus nächster Nähe beobachten können, eine beeindruckende Sache. Und tausende andere, bunte Riffbewohner konnten wir auch bewundern. Die Wasserqualität erinnerte uns an manchen Stellen an die Inselwelt von Französisch Polynesien, hoffentlich kann man diese Oase noch etwas in diesen Zustand erhalten. Alles ist nicht so üppig vorhanden auf Perhentian, da ist so ein Bierchen schon was besonderes, und dies gibt’s nicht überall zu haben. Eine längere, halbtägige Dschungel- und Besichtigungstour auf der etwas größeren Nachbarinsel musste trotz großer Hitze dann doch noch sein, man wird etwas faul bei diesen Temperaturen.

Nach 3 abwechslungsreichen Wochen über dem Äquator mussten wir dann leider schon wieder die Heimreise antreten, besonders die Inseln werden uns hoffentlich mal wiedersehen, wenn wir in der Gegend sind.

Unsere letzten Tage verbrachten wir wieder zu Dritt, da Gunnar vor uns zurück musste (Tja – wer eher in Urlaub fliegt – muss auch eher zurück Zwinkernd ). Wir haben uns noch mal (Claus zum ersten Mal) Kuala Lumpur angeschaut.

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