07.06. – 24.06.2007, USA Südwest-Tour 2007

Es zog uns wieder in den Westen der USA und so beschlossen wir im Juli 2007 zu Viert loszuziehen. Unsere Truppe bestand diesmal aus Gunnar, uns Beiden (Thomas und Heidi) und unserem „Neuling“ Bettina (Tina). Für Tina ist es der erste Trip in die USA und wir freuten uns natürlich darauf, mal wieder hinzukommen.

Los ging es erst mal zu Dritt, da Gunnar noch bissel länger arbeiten „wollte“ (Schicht). Wir sind mit der Air France geflogen und mussten einen kleine Stopp, zum umsteigen in Paris, einlegen. Da der Flughafen teilweise erweitert und umgebaut wird, war die Orientierung etwas chaotisch und die Strecken weit. Durch diesen Umbau mussten wir auch mit Bussen zu unserem Flieger gebracht werden. Der Service an Bord war ganz okay und wir kamen bei schönstem Wetter in San Francisco an. Unser Auto haben wir diesmal bei Alamo gebucht und wir konnten uns ein Fahrzeug in der vorgebuchten Klasse selbst (!) aussuchen. Entschieden haben wir uns für einen roten Dodge mit dem Kennzeichen „5YQF835“ und den Anfangskilometern 2.485. Was man sich manchmal merkt…Zwinkernd.

Nach kurzer Suche haben wir unser Hotel „Good Night Inn“ in Redwood City gefunden. Da heute besonders schönes Wetter ist und wir sogar schon aus dem Flieger die tolle Aussicht genießen konnten, haben wir uns nicht lange aufgehalten und sind auf dem kürzesten Weg zur „Golden Gate Bridge“. Die Brücke kostet zurzeit 5 US$ und kein Nebel versperrte den Anblick auf die Stadt. Wer weiß wie es morgen aussieht. Anschließend sind wir nach Haight Ashbury rauf und haben da noch was beim Thai gegessen.

Bis wir am folgenden Nachmittag Gunnar vom Flughafen abholen konnten, hatten wir noch reichlich Zeit um Tina das Chinatown in San Francisco zu zeigen und die Pier 39 an der Fishermans Warf. Die Robben sind wie immer vor Ort. Nach einem Besuch bei Amöba Records (ein Plattenladen fast so groß wie ein Fußballfeld) ging es zum Flughafen.

Allerdings mussten wir da leider feststellen, dass der Flieger von Gunnar 2 Stunden Verspätung hat. Wir konnten ihn aber trotzdem mit Fähnchen und Transparent in Empfang nehmen Cool.

Gemeinsam ging es nächsten Morgen auf der Hwy.101 nach Süden.

Unser Tagesziel ist der Kings Canyon und Sequoia Nat. Park und dafür mussten wir uns auf Serpentinen zw. 410m und 4.400m hochschrauben. Da es auf unserer Tour noch einige Parks geben wird, haben wir uns einen Golden Eagle Pass für 80 $ geholt. Der Azaleen Camp Ground liegt ungefähr 2.000m hoch und es könnte noch etwas kühl werden. Das Schöne an diesen Plätzen ist, dass jede Campsite ausreichend Platz für mehrere Zelte hat und meistens auch über einen Grillplatz und Sitzgelegenheit verfügt. Holz darf man zwar keines Sammeln, dies ist in sämtlichen Parks strengstens verboten, aber die Zapfen kann man mit auf die Feuerstelle werfen. Von diesen Riesenteilen gibt es jede Menge und durch ihren Harzanteil brennen sie gut. Wir haben sie nachts gehört, wenn die Zapfen auf verschiedene Autos gefallen sind, wir wollten sie nicht abbekommen.

Nächsten Tag haben wir uns die riesigen Bäume mal näher angeschaut. Der General Sherman Tree ist schon gewaltig, mit seiner Höhe von 84m und einem Durchmesser von ca. 10m.

Auf unserer Strecke liegen noch einige Highlights, und so hieß es: „Weiter geht‘s.“ Der Red Rock Canyon State Park liegt am Weg und wir sind natürlich mal reingefahren. Sehr heiß, sehr hell, viel Stein und sehr viel Sand. Wir sind in der Wüste, zumindest fast.

Die beiden folgenden Ortschaften – eigentlich belebte Geisterstädte – Randsburg und Johannesburg (nein wir haben uns nicht verfahren!) sind nur noch von Künstlern und Leuten bewohnt, die diese Städtchen doch irgendwie nicht gänzlich dem Verfall ausliefern wollen. Die Pubs (gleichzeitig einzigstes Restaurant, Treffpunkt und Informationsquelle und manchmal auch der einzigste Shop) sind ein wahres Museums-Sammelsurium. Schon allein deswegen kann man hier verweilen.

Unser Tagesziel ist aber damit noch nicht erreicht. Wir tauschen die scheinbaren Geisterstädte gegen absoluten Trubel und Leuchtreklame. Doch vorher haben wir uns, an der Grenze zu Nevada, noch das Buffalo Bill-Casino und – Hotel angeschaut. Als wir das letzte Mal hier waren stand nur dieses Casino hier. Jetzt sind noch weitere Casino & Resorts wie z.B. das Whiskey Pete’s dazugekommen und sie sind mittlerweile mit einer Monorail verbunden. Klar dass wir uns das nicht entgehen lassen konnten und ein – zwei Blicke hineingeworfen haben. Wie immer ein Erlebnis-Park der besonderen Art – diese Casinos. Jedes Casino hat eine eigene Themenlandschaft, die meistens schon aus dem Namen hervorgeht.

Uns zog es allerdings weiter, denn wir hatten uns diesmal vorsorglich ein Hotel in der alten Downtown von Las Vegas vorbestellt. Das El Cortez gibt es schon sehr lange und so ist das Gemäuer auch an nicht mehr so jungfräulich anzuschauen. Macht nix, ist ja nur zum Schlafen und was zählt ist die Nähe zur Fremont Street und zur Altstadt. Wir haben 3 Nächte hier und somit ausreichend Zeit für die Stadt.

Klar das wir uns als erstes die Fremont Street mit ihren Shows angeschaut haben. Wir waren ja selbst gespannt, was mittlerweile so an neuen Lichtspektakeln dazugekommen ist. Die Licht- und Soundshow wurde 1995 eingeweiht um wieder Besucher in die alten Casinos an dieser Straße anzulocken. Zu diesem Zweck haben sich mehrere Casinos zusammengeschlossen und die Straße mit einer Dachkonstruktion aus Millionen von farbgesteuerten LEDs zu überziehen. Jede volle Stunde, ab Einbruch der Dunkelheit, schalten sämtliche Casinos an dieser Straße ihre Licht- und Soundreklame aus, um dann ca. 5 Minuten die Show laufen zu lassen. Das Bild der vielen hundert Menschen, die gen Himmel schauen, ist schon lustig. Aber die Shows sind toll, auch wenn die ersten (unsere Meinung) besser waren. Vielleicht liegt es daran, dass die Filme immer Moderner dargestellt werden „müssen“ und die Themen alle schon mal da waren. Keine Ahnung.

Den nächsten Tag stand zur Abwechslung mal Shopping auf dem Programm und wir freuten uns schon drauf. Die Outlet-Läden machen immer wieder Spaß, denn hier finden wir immer günstige Jeans (vor allem welche, die rundherum passenZwinkernd) und Trekkingschuhe.

Allerdings sind wir nicht deswegen nach Las Vegas gekommen. Auch in Las Vegas gibt es schon seit längerer Zeit eine Monorail und so konnten wir unser Auto auf dem Luxor-Gelände abstellen. Weiter ging es per Laufband, Rolltreppen und ab und zu mal durch eigene Fußarbeit durchs „Luxor“, das „Excalibur“, das „New York New York“ und das „Mandalay Bay“.

Da wir - Gunnar, Tina und Heidi (Thomy hat es schon hinter sich) - einen Heli-Flug über Las Vegas gebucht hatten, mussten wir so langsam zum Hotel zurück. Leider hat uns die Gesellschaft versetzt und da wir noch kein Cash hingelegt hatten, ließen wir es ausfallen. Schade, leider. Sind zu Fuß (ist gleich um die Ecke) von unserem Hotel zur Fremont Street und haben das zufällig Thomas wieder getroffen. Tja, was macht man mit einem unverplanten Abend in der Glitzerstadt Las Vegas, man geht ins Hofbräuhaus Lachend, was dachtet ihr denn? Es war nicht gleich auf Anhieb zu finden, da es abseits vom Strip liegt. Sehr authentisch, kann man sagen, sogar der bayrische Himmel im Biergarten wurde importiert (Überdachung in 16m Höhe). Das musste natürlich auch importiertes Bier probiert werden. Wir hätten gern auch den Leberkäs im Original aus Deutschland gegessen, aber aufgrund der Einfuhrbedingungen in den USA werden alles Wurst- und Fleischprodukte in USA hergestellt, so haben wir uns mit der „Kopie“ abgegeben. Da das Hardrock-Cafe und –Hotel gleich gegenüber liegt, sind wir natürlich auf eine Stipvisite rein.

Am nächsten Tage haben wir uns noch das „Venezian“ und das „Mirage“ mit seinen weißen Löwen angeschaut. Sie waren im Eingangsbereich hinter dicken Glaswänden zu Bestaunen. Wunderschöne Tiere.

Die Hotels und Casinos sind groß und alleine die Etagen mit den Restaurants und Geschäften sind durch ihre unterschiedlichen Themen einzigartig. Man verliert beinahe jedes Zeitgefühl. Gegen Abend wollten wir uns mal eine Show im neuen „Wynn-Las Vegas“ ansehen. Das ganze Hotel wirkt sehr exklusiv auf uns. Der singende Frosch war allerdings nicht so der Knaller.

Sind weiter zum „Bellagio“ um uns die Wasserspiele vor dem Casino ganz aus der Nähe anzusehen. Am besten ist sowas nur abends, sobald die Sonne untergegangen ist. Leider hat man direkt davor nicht so den Überblick über das Gesamtbild. So sind wir gegenüber ins „Paris“ und rauf auf den Eiffelturm (der natürlich nur halb so hoch ist wie das Original und man kann ihn nicht zu Fuß besteigen). Wie immer ist großer Andrang, aber wer Geduld hat, bekommt tolle Plätze mit sagenhafter Aussicht auf die Stadt und das Bellagio-Wasserspiel. Wenn der Wind günstig ist, hört man sogar die Musik dazu.

Nach einem ausgiebigen Frühstück, so ein Angebot muss man nutzen, haben wir Las Vegas auf der 95 Nord wieder verlassen. Heute wollen wir durch den Death Valley National Park. Bei unserem Stopp am Visitor Center ging unser Blick (das macht wahrscheinlich jeder Besucher) zum Thermometer, dass draußen im Schatten angebracht ist = 48°C. Puh!

Wir verlassen den National Park schnell wieder und da wir abends wieder auf Selbstverpflegung umsteigen wollen, sind wir noch in Lone Pine zum Einkaufen. Auf unserem Zeltplatz gibt es wieder Grillplätze und so haben wir den Abend Kartoffel- und Nudelsalat mit Gewiegtem (Fleischpflanzerl, Bulletten usw.) gemacht. Lecker war’s. Das fanden sogar am Morgen ein paar Eichhörnchen, die (wie auch immer sie es geschafft haben) unsere Bratfolie und den Grill leerputzten.

Nachdem Th. zu Hause noch in einen Bericht anderer Traveller etwas über die Alabama Hills bei dem Ort Lone Pine gelesen hat, wollten wir uns das nicht entgehen lassen. Eine felsige und mit Hartgras bewachsene Wüstenlandschaft. Hier wurden einige Filme gedreht.

Unser heutiges Ziel ist das, am Mono Lake gelegene, Lee Vining. Der Standort des Zeltplatzes ist sehr windig und so müssen wir unsere Zelte ordentlich festzurren, damit hier nix davon fliegt. Am nächsten Morgen ging es in den Yosemite Nat. Park auf der 120 über den Tioga Pass. Die Saison hat bereits begonnen und so sind auf manchen Parkplätzen keine Parkmöglichkeiten zu finden. Mittlerweile ist der Bekanntheitsgrad des Parks und seinen, damit verbundenen, Besucherstrom ein kleines Problem – auch ökologisch gesehen. Im Yosemite Valley ist bereits ein Shuttle-Service eingerichtet worden, damit Tagesbesucher nicht den Park verstopfen. Ein großer Teil des Parks ist entweder gar nicht zugänglich oder nur zu Fuß. Per Fahrrad oder geführt mit Maultieren, darf man die gekennzeichneten Strecken eh nicht verlassen. Der Half Dome, die verschiedenen Wasserfälle, Mammutbäume und zahlreiche neugierige kleiner Nager (die Großen Tiere sind eh in den abgelegenen ruhigen Ecken des Parks) wie den Goldmantel-Ziesel oder die verschiedenen Vogelarten kann man bewundern und beobachten. Es war wieder ein wunderschöner Tag und die Zeit vergeht zu schnell. Da auch wir zu den Tagestouristen zählen (leider muss man Übernachtungen lange vorreservieren), mussten wir abends den Park wieder verlassen und nach Lee Vining zurück.

Ein kurzer Stopp am Mono Lake ist jedes Mal im Programm, da hier 1975 das Foto (von Storm Thorgerson) für das Innencover von dem Pink-Floyd-Album „Wish You Were Here“ entstand.

Unser nächstes Ziel auf der Strecke ist der Lake Tahoe. Wunderschön gelegen und geteilt durch die Staatsgrenze von Nevada und Kalifornien, ist der See auch einer der am höchsten gelegene in den USA. Er fasziniert uns immer wieder durch seine tiefblaue Farbe. Nachdem wir auch noch das Hardrock-Cafe besichtigt haben, sind wir zur Ostseite des Sees und haben auf dem riesigen Richard Camp einen ruhigen Platz gefunden. Abends wurde wieder schön gegrillt, was hier mit den großen Plätzen kein Problem ist, vor allem, wenn man sich an die Regeln hält, was das Feuermachen betrifft.

Ein weiteres Highlight auf unserer Strecke, ist der „Lassen Volcanic National Park“. Hier liegt noch Schnee und das bei angenehmen Temperaturen in der Sonne. Der Park ist knapp 430 qm groß und rund um den Vulkan noch sehr aktiv. Überall sind kochende Schlammlöcher, heiße Quellen und rauchende Fumarolen. Der Lassen Peak selbst ist 3.198m hoch, alle anderen Vulkanberge sind zwischen 2.100 und 2.500m hoch. Es gibt reichlich Fotomotive. Da es uns hier allerdings nachts zu kühl zum Zelten ist und man auch wieder eine Reservierung benötigt, können wir nicht bleiben. Aber bevor es weitergeht gibt es noch eine kleine Schneeballschlacht.

Leider gibt es seit 9/11 überall Verbote. Zum Beispiel wollten wir am Shasta Lake den dazugehörigen Damm überqueren, weil auf der anderen Seite ein Zeltplatz in der Karte eingezeichnet war. Stopp hieß es und ein großes Gittertor versperrte den Weg über den Damm. Seit 9/11 geht es nur noch mit einem Permit (einer lange vorher beantragten Erlaubnis), erklärte uns netterweise der Wachmann. Tja, weitersuchen hieß es und nach einigen sehr engen kurvigen Sträßchen haben wir in einer kleinen Bucht auch noch einen Platz gefunden.

Nächsten Tag streiften wir ganz kurz für ein paar Kilometer noch den Bundesstatt Oregon, um von Norden aus auf der 101 den Redwood National Park zu durchqueren. Immer wieder ein fantastischer Anblick diese Küstenmammutbäume. Es gibt viele Wanderwege durch den weitläufigen National Park. Gegründet wurde der Park (534 qm groß) bereits 1968 und 1994 wurde er mit 3 weiteren State Parks zusammengelegt. Seine Entstehung ist der Industrialisierung zu verdanken, da sonst durch eine völlige Abholzung der Mammutbäume der Bestand verloren gegangen wäre. Seit 1980 zählt der Park zum Weltnaturerbe.

Das Wetter an diesem Küstenabschnitt ist oft nebelig und kühl und so sind wir Richtung Willow Creek bissel in die Berge gefahren und haben einen Zeltplatz in einem State Park gefunden. Ein paar, wahrscheinlich, Langzeitcamper beschenkten uns mit Feuerholz, Kirschen und guten Ratschlägen, und nächsten Tag lachte wieder die Sonne.

Unser Weg führte uns auch durch die Avenue of the Giants (254), die neben der Highway 101 entlang geht. Immer wieder führen Abfahrten auf die Nebenstraße, so dass es kein Problem ist, wenn man die erste Abfahrt verpasst.

Am Morgen ging es dann endlich wieder ans Meer auf den Highway 1. Die Straße ist sehr kurvig und man muss schon ein wenig Zeit einplanen, vor allem wenn man immer wieder Stopps einlegen möchte. Unsere letzte Nacht vor San Francisco haben wir auf einem Zeltplatz im Sugarloaf Ridge State Park verbracht. Ein wundervoller Ort, allerdings ohne Duschen und dafür satte 20 $, nicht schlecht. Die meisten Parks sind dann ca. 10 $, wenn sie ohne Komfort sind. Naja, was soll‘s, dafür kamen nachts die Bären, mh, Waschbären

So hat uns nun die Großstadt wieder. Es ging morgens zu unserem Lieblingsrestaurant „Denny’s, was allerdings schon lange nicht mehr so günstig ist, wie zu Anfang unserer Reiseaktivitäten. Dafür hat man einen reichlichen Teller voll und die Qualität ist in allen Denny’s-Restaurants gleich. Danach ging es zum Shopping ins Zentrum, der Rucksack muss ja noch voll werden. Zum krönenden Abschluss sind wir noch ein Stück mit der berühmten Cable Car gefahren. Den letzten Abend haben wir das „Good Night Inn Hotel noch einmal geentert, damit wir unsere Taschen ordentlich packen können.

Da unser Abflug erst am Nachmittag von San Franzisco nach Paris startet, haben wir noch einen Ausflug an die Küste gemacht. Gunnar brachte uns zum Flughafen, denn er kann noch 2 Tage länger bleiben.

Ein schöner Kurzurlaub, mit vielen Highlights und selbst gefahrenen 5.432 Meilen (8.742 km) auf dem Tacho. Das erscheint zwar viel, aber wer einmal durch diese herrlichen Landschaften gefahren ist und ihre Weite bewundert hat, weiß das das ganz schnell zusammenkommt.

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