Kreta 2007

Im Herbst 2007 führte es uns zum ersten Mal auf die größte griechische Insel, Kreta. Sie liegt ja schon relativ weit im Süden des Mittelmeeres und ist mit über 1.000 Kilometern Küstenlinie die fünftgrößte Insel im Mare Mediterraneum. Geschätzte 600.000 Einwohner sind auf Kreta zu Hause, davon ca. ein Viertel in Iraklio, oder Heraklion, wo wir auch erst mal ankamen. Wir hatten uns in Rethymnon, in einem eher kleinen Hotel einquartiert und wollten von dort aus in den nächsten Wochen unsere Unternehmungen starten. Im Oktober hat man auf Kreta normalerweise noch schönes Wetter zu erwarten, die Saison geht aber schon zu Ende und die Hotels offerieren mal 2 Wochen zum Preis von einer, um dann, wie bei uns, endgültig Winterfest zu machen. Mit so einem Blick von Balkon kann man ganz gut 2 Wochen 'aushalten'.

Wir waren so im Wechsel zu Fuß, im Linienbus oder im Mietwagen auf der Insel unterwegs, und der Bus ins nahegelegene Georgiopolis eine gute Alternative.

Und da es zu dieser Jahreszeit schon die letzte Möglichkeit war, starteten wir schon nach 2 Tagen zur Schiffstour nach Santorin, einem Vulkanarchipel in den Kykladen.

Dieser Tag sollte auch einer der schönsten auf der ganzen Reise werden. Die Tour lohnt sich in jedem Falle, es gibt vieles zu sehen und die Lage der Inseln ist wunderschön mit reichlichen Fotomotiven. Die Inseln vulkanischen Ursprungs liegen in der südlichen Ägäischen Meer und bilden den Rand einer riesigen Caldera (Durchmesser ca. 16 Km), eines Vulkankraters großen Ausmaßes. Lavastrand ist allgegenwärtig und massive Bimssteinschichten bedecken ca.70 % der Inselflächen. Die Info an Bord der Fähre sagte uns, das die Inseln durch eine der größten Eruptionen in der Region überhaupt entstanden sind. Gestartet wird mit dem Schiff in Rethymnon und nach ca. 4 Stunden kommt der große Pott in Fira, dem kleinen Hauptort Santorinis an. Die 600 Stufen rauf zur Stadt wollten wir echt nicht (wie der Grossteil der Reisenden) auf einem Eselrücken zurücklegen, viel lieber zu Fuß. Überhaupt waren wir den größten Teil der Zeit, die wir auf Santorini hatten, bergauf, bergab unterwegs auf der Suche nach schönen Perspektiven, Fotomotiven und versteckten Winkeln, ein 'Nachmittagsbierchen' kann man dann immer noch trinken. Alles klebt wie Wespennester am Hang, die Blickwinkel, Aussichten sind immer aufs Neue beeindruckend. Die weiß gestrichenen Häuser mit dem meist blauen Himmel auf diesem Vulkanarchipel gehören schon seit langem zu den Hauptsehenswürdigkeiten einer Reise in die Region.

Gut mit einem Bus von Rethymnon zu erreichen ist Chania im Norden. Und die Altstadt von Chania gehört zu den schönsten auf Kreta. Grund genug, um eine Tagestour in die Hafenstadt zu planen. Neben Heraklion verfügt auch Chania über einen größeren Flughafen und ist also von z.B. Deutschland direkt zu erreichen. Man kann sich stundenlang in den teilwiesen engen, winkligen Gassen verlieren und die Auswahl der vielen Tavernen und Fischrestaurants fällt schwer. Überall sind Katzen unterwegs, die um kleine Bissen betteln, der Kretische Wein schmeckt und manchmal findet man auch eine kleine Kneipe mit kretischen Spezialitäten oder einfach einer schönen Lage an der alten Stadtmauer. Chania hat als zweitgrößte Stadt der Insel rund 56.000 Einwohner und war bis 1971 sogar Hauptstadt von Kreta. Ein schöner Naturhafen krönt die ohnehin sehenswerte Lage der Stadt.

Unsere 3 Autotouren führten uns quer über das zentrale Gebirge, z.B. zur Südküste nach Plakias und zum schön gelegenen Agia Galini oder nach Matala. Dort kann man die berüchtigten Höhlen in Strandnähe besichtigen, die früher von Aussteigern 'bewohnt' waren. Man behauptet, das dort eine gewisse Zeit Cat Stevens mitgewohnt haben soll...lang ist's her.

Eine andere Tour ging nach Frangokastello und das dortige kleine Kastell aus venezianischer Zeit, das der Ortschaft den Namen gab. Die Rücktouren von der Südküste Kretas, die wir 3 mal besuchten, führten durch schroffe Berglandschaften, malerischen Orten wie Episkopi, Rodakino oder Selia und den schönen Imbros-Canyon. Schon die Straßenlage ist sehens- und fahrenswert. Es gibt enge Serpentinen, steile Abgründe und immer wieder neue Landschaftsbilder. Leider war die berühmte Samaria-Schlucht wegen vergangener, starker Niederschläge und damit verbundener Muren – und Einsturzgefahr für Wanderungen gesperrt.

Immer eine (Berg) -Tour wert ist eines der berühmtesten Klöster Kretas, Arkadi, wohl das wichtigste Nationaldenkmal der Insel. Das Klostergelände liegt in ca.500 m Höhe in Westkreta und wurde nach geschichtlichen Überlieferungen im 5. Jahrhundert von Kaiser Arcadius erbaut, heute auch ein Zeichen des Widerstandes gegen die türkischen Angreifer und einer Verteidigungsschlacht im Jahre 1866.

Weitere Touren führten uns in die Hauptstadt, nach Heraklion…

…und ins zentrale Bergland, Lassithi Highland, mit seinen weißen Windmühlen und schönem Blick über die Nordküste,…

…sowie die (kleine) Metropole des Südwestens, Agios Nicolaes. Die kleine Hafenstadt liegt ein wenig abseits der touristischen Pfade, ist aber auch einen Besuch wert und kann mit einer schönen Tour durch die westliche Bergwelt Kretas verbunden werden.

Alles in allem waren wir recht positiv angetan von Kreta, man sollte halt kein subtropisches Paradies erwarten. Besonders im Spätherbst ist die Insel ein wenig ‚verwelkt’ und auf den ersten Blick karg und trocken. Eine typische Olivenlandschaft. Fährt und wandert man dann weiter in die zerklüfteten Berge, gibt es viel verstecktes Grün zwischen den trockenen Hängen der Nordküste. Wenn man das Kreta nicht nur als Badeurlauber beehrt und auch kulturell interessiert ist, kann man auch in der auslaufenden Saison vieles entdecken und bei der Buchung oft ein kleines Schnäppchen machen.

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