Südafrika 1997

Da wir 1997 noch keine direkte S-Bahn-Verbindung zum Flughafen hatten (Anbindung erst seit Ende 1998), mussten wir noch über München Zentrum zum Flughafen. Unser Flug ging über Paris mit der Air-France und wir landeten 10 Uhr morgens in Johannesburg. Es war sehr warm und schwül und nachdem wir unseren Toyota Corolla in Empfang genommen hatten fing es schon an zu regnen. An diesem Tag ist nicht mehr viel passiert, bissel einkaufen und Penne suchen, was Essen und erstmal schlafen……

Am nächsten Tag haben wir mit einem Guide namens Linda zusammen eine Soweto-Führung (South Western Township) gemacht. Die sollte man wirklich nicht alleine machen, nicht ungefährlich als Weißer. Er zeigte uns, dass es in Soweto nicht nur arme Menschen und Wellblechhütten gab, sondern auch die Millionärsvillen. Er nahm uns mit in ein so genanntes Pub, was eher wie ein Raum mit Tisch und Stühlen wirkte, also ohne Tresen und den Dingen, die man bei uns in der Eckkneipe oder im Pub findet. Außerdem durften (und Linda wollte es so) wir uns eine (Wellblech)-Hütte von innen anschauen, ein Raum mit Bett und Kochmöglichkeit. Sie, die Mama, erzählte uns, dass da 5 Personen „wohnten“. Für uns war es unvorstellbar, wie man in so einem kleinen Raum, ohne Privatsphäre, ohne Bad und dergleichen wohnen kann. Später zeigte uns Linda noch den Platz wo bei Unruhen viele Schüler und Studenten im Juni 1976 starben. Sie wollten nur erreichen, dass man an den Schulen in Afrikaans und nicht mehr in Englisch unterrichtete. Wir haben lange noch über Soweto nachgedacht.

Pretoria (Provinz Gauteng), die Hauptstadt Südafrikas, stand als nächstes auf unserer Liste und wir bestiegen den Berg zum Union Building. Man hat eine tolle Aussicht von da oben und hier sieht man erst richtig, dass die Stadt in der Blütezeit der Jacaranda-Bäume Hell-Lila wirkt (Blütezeit ab Oktober). Viele Straßenzüge und Alleen sind mit diesen Bäumen bepflanzt. Sehr schön und so haben wir uns einige der zahlreichen Sehenswürdigkeiten in der fliederfarbenen Perspektive angeschaut. Anschließend schauten wir uns den Hartbeespoort-Damm westlich von Pretoria an, der bis 1923 errichtet wurde und der Bewässerung dienen sollte. Heute ein beliebtes Erholungsgebiet.

Unser nächstes Ziel war Pilanesberg und nachdem wir uns einen Zeltplatz gesucht hatten, sind wir gleich nach „Sun City“. Dieser Vergnügungsort wurde bereits Ende 1979 eröffnet und es ist der einzigste Ort (zu Zeiten der Apartheid) an dem Glücksspiel toleriert wurde – das Las Vegas von Südafrikas. Wir konnten uns den ganzen Park, der übrigens Autofrei ist und vieles mehr anschauen. Das Casino und der Wasserpark „Valley of the Wave“ waren 1997 schon eine verrückte Sache. Künstlicher Strand und künstlich erzeugte Wellen, einfach verrückt, wenn man bedenkt, dass man eigentlich weit weit weg ist vom Meer.

Abends ging es dann zu unserer ersten Nachtsafari in den Pilanesberg National Park. Wir sahen im Scheinwerferlicht reichlich Zebras und Büffel. Später tauchte dann noch ein grauer Felsen im Dunkeln neben unserem Safari-Jeep auf, der sich im Scheinwerferlicht als Nashorn entpuppte. Krönung für mich (Heidi) war die Flußpferdmama mit einem Jungen grasend am Ufer. Der Höhepunkt wäre noch eine „Begegnung“ mit dem Leoparden gewesen, aber den störte bestimmt das Scheinwerferlicht an unserem Jeep.

Unser nächstes Ziel und Highlight ist der Kruger National Park. Zwischendurch sind wir noch in Pilgrims Rest vorbeigekommen, eine alte Goldgräberstadt. Allerdings haben wir 1997 schon gedacht, dass es sehr touristisch ist.

Der Kruger Nat. Park wurde bereits 1898 vom damaligen Präsidenten Paul Kruger gegründet (damals noch Sabie Game Reserve). 1925 wurde er in umbenannt und bekam Nationalpark-Status. Mittlerweile ist der Park fast 20.000 Quadratkilometer groß und grenzt an den Limpopo Nationalpark in Mosambik. Der Park ist Schutzgebiet und dies bedeutet auch, dass man als Besucher nicht überall hin kann (es also auch keine Straßen in jede Ecke des Parks gibt) und die Tiere damit Rückzuggebiete haben. Wir haben hier schon reichlich Tiere gesehen (auch die Big Five: Büffel, Löwe, Leopard, Nashorn und Elefant ) und wir haben hier unsere ersten „freilebenden“ Löwinnen zu Gesicht bekommen und man mag es kaum glauben, aber auch diese kleinen gepanzerten Tiere gibt es im Park.

Da es in den letzten Tagen immer wieder in den Bergen geregnet hat, haben wir uns den Lisbon und den Berlin Wasserfall angeschaut. Es kam gut Wasser runter.

Eine schöne Sache sind die Bourke’s Luck Potholes. 1997 war es noch nicht so ausgebaut, wie heute, und vieles nicht so einfach begehbar. Aber die Motive sind damals wie heute wundervoll.

Dann ging es ins Swasiland und in die Hauptstadt Mbabane. Das Land ist von Südafrika und Mosambik umrahmt und 17360 qkm groß und es leben hier ca. 1,4 Millionen Menschen. Leider kamen wir etwas spät in der Hauptstadt an (Straßenverhältnisse verkalkuliert) und so konnten wir kein Geld mehr tauschen und ohne Geld kein Einkauf und keine Übernachtungsmöglichkeit. So sind wir nach einem Rundgang durch die Stadt wieder auf die Straße zurück nach Südafrika. Schade, aber man wollte da nicht wirklich unsere afrikanischen Rand haben.

Auf dem Weg nach Durban haben wir den Hluhluwe-Umfolozi-Park entdeckt. Er liegt etwa 280 km nördlich von Durban und ist knapp 1000 qkm groß. Hier werden Nashörner geschützt und die Bestände wieder vergrößert. Es gibt hier noch viele andere Tierarten, sowie die Big Five zu sehen.

Durban ist eine große Stadt mit mehr als 3 Millionen Einwohnern. Leider etwas hektisch, aber mit vielen Sehenswürdigkeiten ausgestattet. Wir haben hier auch mal ganz entspannt die Strände getestet, da hier Hai-Netze die Badenden vor unliebsamen Zusammenstößen schützen.

Unser Weg führte uns auf der Golden Gate Route durch den Golden Gate Highlands National Park. Nördlich von Lesotho liegt der 1963 gegründete und 116 qkm große Park. Wir waren von der Landschaft fasziniert, da die Wolken durch heranziehende Gewitter hervorragende Reflexe zauberten.

In Ficksburg (was es so für Ortsnamen gibt…Zwinkernd ..)gab es mal eine etwas andere Unterkunft. Wir konnten uns eine gemütliche Rundhütte (Rondavel) für (1997) 200 Rand mieten.

Wir wollen uns die Katse-Talsperre im Königreich Lesotho anschauen. Unterwegs sahen wir wieder viele Rondavel’s und landestypisch in Decken gekleidete Reiter. Man hat aber auch gesehen, dass die „westliche Welt“ nicht weit weg ist, denn einige der Kinder trugen Shirts mit deutscher, englischer oder auch französischer Aufschrift. Die Fertigstellung des Katse-Dammes war für 1997 geplant und so wie es aussah (keine großen Maschinen mehr zu sehen) ist der Termin eingehalten worden. Wir wissen zwar nicht, wie es heute hier ausschaut oder aber wie es vor dem Bau des Dammes aussah, aber bei unserem Besuch, gab es keine durchgewühlten Erdhaufen mehr. Wir hoffen mal, dass es heute wieder blüht und grünt.

Unser weiterer Weg führte uns durch den Royal Natal National Park in den Drakensbergen, wo wir auch mal etwas wandern konnten.

Haben in Durban noch bisschen geshoppt, Sonne am Strand getankt und sind weiter nach Süden. Unser nächsten Ziel war der Tsitsikamma National Park, ein schmaler Park mit ca. 100 km Länge entlang des Meeres. Es gibt schöne Wanderwege, wobei der Otter-Trail eine geführte Tour mit wenigen Personen ist. Die Küste gibt wundervolle Fotomotive her und das Zelt baut man direkt dahinter auf, sodass man nachts das Gefühl hat, die nächste Welle schwappt herüber.

In die fischreichsten Gewässer, der südafrikanischen Küste, ragt das Kap Agulhas hinein. Es ist der südlichste Punkt des afrikanischen Kontinents. Hier findet man die südlichste Stadt L’Agulhas mit dem südlichsten Friseur oder dem südlichsten Bäcker usw. Wir wollen allerdings wirklich in den „Süden“, direkt zum Kap, wo der Wind rau ist und der atlantische Ozean auf den indischen trifft.

Unsere nächste Etappe war Kapstadt, die uns mit einem traumhaften, wolkenfreien Anblick begrüßte. Haben uns erstmal den Zeltplatz gesucht und sind dann sofort zum Tafelberg gefahren.

Das Ticket kostete 1997 55 Rand und die Seilbahn ist eine Drehgondel bzw. Seilbahn mit Drehkabine von der Firma Doppelmayr aus der Schweiz gebaut. Wir hatten mit unserem Ausflug auf den Tafelberg Glück, denn abends und die nächsten Tage war er immer zugedeckt. Der Aufenthalt hier schließt einen Ausflug ans Kap der guten Hoffnung, knapp 50 km südlich von Kapstadt, mit ein.

Wir haben uns ausgiebig die Waterfront angeschaut und div. Flohmärkte. Shopping und was man so alles mag. Die Stadt hat da schon einiges zu bieten. Allgemein ist die Lage Kapstadt’s einmalig und gehört sicher zu den schönsten Städten der Welt.

Da wir noch Zeit hatten, sind wir in die Weingegend um Paarl und haben eine Rundtour auf der Weinroute gemacht. In Paarl konnte man in der KWV eine Besichtigungstour mitmachen. Die KWV ist der größte regionale Weinproduzent und Exporteur, hier lagern die nationalen südafrikanischen Spirituosenreserven in riesigen Holzfässern. Die anschließende Verkostung des Weines gehörte dazu….

Wir haben einen positiven und schönen Eindruck von Südafrika bekommen und beschlossen, dass wir auf jeden Fall nochmal herkommen müssen. Das Land ist zu groß für nur 3 ½ Wochen Rundtour.

Unser Rückweg war ein Gabelflug und so konnten wir von Kapstadt nach Johannesburg fliegen und mussten nicht alles zurückfahren. Wir haben sowieso schon 8.394 km auf die Straße gebracht.

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